Sonntag, 27. Mai 2018
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2007 - 2016 PDF Drucken E-Mail

2016

Juco goes Aachen

Auf den Spuren von Charlemagne, leckeren Printen ... und erfrischendem Trinkwasser

Die Klassen-... ähhh... Chor-Ausfahrt begann schon im Bus, mit einem sehr entspannten Busfahrer. Der legte, nachdem er uns pünktlich morgens um 7 in S-Vaihingen aufgesammelt hatte, erstmal eine Pause zum Kochen von frischem Kaffee ein. So konnten wir mit Hilfe von reichlich Koffein die Müdigkeit vertreiben und uns dann zielstrebig Richtung Aachen aufmachen.

Sonne, Dom & Co. .... und Probe!

Das Wetter hatte offenbar die gleiche gute Laune wie wir alle und so kamen wir bei weiterhin strahlendem Sonnenschein gegen Mittag in unserem Hotel am Marschiertor an. Die Juco'ler und ihre Familienbegleitungen schwärmten auch gleich für einen ersten Rundgang in die Aachener City aus, und nahmen einen Mittags-Snack, eine Kugel Eis (oder zwei...) und ein erstes Sonnenbad zu sich. Anschließend versammelten wir uns zur Domführung, in der uns viele Fakten zum Wahrzeichen der Stadt, den seinerzeit größten freischwebenden Kuppelbau nördlich der Alpen, erläutert wurden. Erbaut in karolingischem, gotischem und barockem Stil, erlangte er insbesondere als Krönungsort römisch-deutscher Könige Bekanntheit, die dafür den berühmten Karlsthron bestiegen. Am beeindruckendsten stellte sich v.a. das Oktogon im Zentrum des Gotteshauses heraus, das mit seinen glitzernden Mosaiken an byzantinische Bauten erinnerte. Direkt danach folgte eine Stadtführung quer durch Aachens Innenstadt. Hier erfuhren wir Interessantes über die römischen Ursprünge der Stadt, ihre Thermal- und Heilquellen samt der stilvollen Schinkelschen Elisenbrunnen-Hallen, die alte Kaiserpfalz mit Katschhof und Rathaus, das überall zwischen den Pflastersteinen zu findende Karolus-Symbol, die besten lokalen Printenbäcker (samt Verkostung... lecker!) sowie nicht zuletzt auch den renommierten Karlspreis, der dieses Jahr just am nächsten Tag in Rom an den Pontifex Franziskus höchstpersönlich verliehen werden sollte. Und woran konnte man sofort feststellen, dass eine Gruppe aus dem Schwabenländle unterwegs war? Daran, dass viele leere Trinkflaschen unter den Mösche-(Spatzen)-Brunnen am Münsterplatz gehalten wurden, um sie (natürlich gratis!) mit frischem, kühlem Wasser zu füllen... :-)
Doch nach den vielen Führungen brauchten wir erstmal eine herzhafte Stärkung und etwas Ruhe für die platten Füße. Die war auch nötig, denn wir hatten nochmal eine intensive Probe vor uns im Pfarrhaus von St. Paul, Sandras ehemaliger Probenstätte. Denn es saßen einige Stücke bei der letzten Chorprobe am Abend vor der Abreise noch nicht so sicher, wie sich das unser Maestro gewünscht hätte. Doch wurden wir am Ende der Probe mit freudigem Kichern und Glucksen von 'Juco-Kind' Martin belohnt, der aufmerksam mit Schwesterchen Marlene unsere Gags beim "3-Minuten-Messias" verfolgte. Oder lag's an Pauls Witzchen und lustigen Grimassen? So bestärkt konnte ja beim Konzert morgen nichts mehr schiefgehen!

Maastricht, Auftritt mit 'auftACt' und Aprés-Chor

Am Freitag tagsüber zog es die meisten bei weiterhin sonnig-warmem Maiwetter gen Westen nach Maastricht, um eine der ältesten Städte Hollands zu erkunden. Auf der einstündigen Busfahrt dorthin genossen wir die Fahrt durch die grüne, hügelige Region Süd-Limburg mit vielen schmucken Dörfern - freudig kommentiert von Valerie, deren Elternhaus sich hierbefindet. In Maastricht angekommen, bewunderten wir zunächst die Unmassen von Fahrrädern vor dem Bahnhof (ja, so stellt man sich Holland vor!) und wanderten dann zur Innenstadt hinter der Maasbrücke. Hier konnten wir an einem der Cafés an der Uferpromenade pausieren, ein leckeres Getränk sowie ein laues Lüftchen genießen und das Gewimmel der vielen Menschen beobachten. Kulinarisch gab es in dieser Stadt auch einiges zu testen: von leckeren (doppelt frittierten!) Pommes über süße Kuchen (Vlaais) und Fruchtbier aus dem nahen Belgien boten sich uns allerlei Köstlichkeiten an. Wir 'schwammen' anschließend noch eine Weile mit dem Strom der vielen Menschen durch die Gassen der Altstadt, bevor wir uns wieder langsam auf den Rückweg nach Aachen machten. Einige nutzten die verbleibende Zeit noch für einen Ausflug zum Dreiländereck (BEL-NED-GER). Hier war auch allerhand Interessantes für Groß & Klein geboten, mit Aussichtsturm, einem Hecken-Labyrinth, diversen Wasserspielen und Cafés.
Am frühen Abend fanden wir uns in Aachens Citykirche an der Fußgängerzone ein, in der schon der Chor "auftACt" eifrig probte, mit dem wir heute gemeinsam auftreten sollten. Auch Simone ließ sich von ihrem Sturz aufs harte "Öcher" Pflaster nicht entmutigen und kam trotz einiger Blessuren entschlossen zur Generalprobe dazu - die Tapferkeitsmedaille dieser Reise war ihr damit auf jeden Fall sicher! Das finale Ansingen brauchten wir alle, um uns mit dem sehr halligen Raumklang der Konzertkirche vertraut zu machen. Noch hakten einige Stellen, was die Anspannung beim gesamten JuCo - samt Chorleiter - noch steigerte. Doch wie so oft läuft das, was in der Probe noch klemmt, beim Auftritt dann 'wie am Schnürchen' und so lieferten wir eine saubere Leistung bei unseren beiden Konzertteilen ab! Ja, sogar der von manchen gefürchtete Bach (Lobet den Herrn) gelang uns sehr anständig, obwohl die Koloraturen der Motette v.a. für die Zuhörer hinten im Publikum wegen der großen Akustik etwas verloren gingen. Dafür waren die langsameren Stücke "Silver Swan" und "Michelle" wie gemacht für diesen Raum, und auch "Mambo" sowie der "3-Minuten-Massias" kamen sehr gut an. Letzterer griff humorvoll das Motiv von auftACts jazzigen Messias-Variationen auf, die sie zuvor im ersten Programmteil zum Besten gegeben hatten. Auch bei ihren Pop-/ Rock-Adaptionen lauschten wir aufmerksam; besonders "Someone like you" (Adele) und "Fix you" (Coldplay) gefielen uns sehr gut. Abschließend standen beide Chöre gemeinsam auf der Bühne und sangen stimmgewaltig "Goodnight Sweetheart" (dirigiert von Paul) und ein beseeltes "Irish Blessing" (geleitet von auftACts Kairit). So manchen Zuhörer hielt es beim kräftigen Applaus tatsächlich nicht mehr auf den Bänken! Es wurde nicht nur ausgiebig Beifall gespendet, sondern auch die Spendenkörbchen füllten sich mit großzügigen Gaben, so dass für beide Chorkassen ein anständiger Betrag übrig blieb.

Dieses rundum gelungene Konzert musste nun kräftig gefeiert werden! Dafür folgten wir den auftACt'lern zu ihrem Stammlokal, einem türkischen Restaurant mit lauschiger Terasse und sehr leckerem Essensbüffet. So kosteten, quasselten und lachten wir viel, spülten die trockenen Kehlen und versuchten uns auch an einigen bierseligen Gesangseinlagen, gewohnt nonchalant ankündigt von unserem Maestro. Die Nachbarn des Lokals haben uns hoffentlich verziehen, dass wir wacker bis zur 'Sperrstunde' durchhielten... und auch danach war noch ein Absacker und so manche Blödelei fällig! (...ffffftöööt!) :-)

Stadtbummel, Gottesdienst und Abendlob

Am Samstag waren viele etwas zurückhaltender mit längeren Ausflügen, schließlich galt es die verbliebenen Kräfte zu sparen für das zweite Konzert am Abend. So ließen es die meisten bei einem Bummel durch Aachens Innenstadt bewenden - nur ein paar wenige Energiebündel machten sich auf ins bildschöne Eifel-Städtchen Monschau. Abends war der Dom St. Donatus im Aachener Vorort Brand unser gemeinsames Ziel, da Heike dank ihrer guten Beziehungen dort eine Gottesdienst-Gestaltung mit anschließendem Abendlob-Konzert arrangiert hatte. Bei der Probe merkten wir, dass auch der Klang in dieser Kirche mit fast genauso viel Hall erfüllt war wie am Tag zuvor. Im Gottesdienst sangen wir u.a. "Soon ah will be done", "Komm heil'ger Geist" und "Vater Unser", was der Pfarrer am Ende freundlich als 'reife' Leistung lobte. Gleich danach folgte mit "Oh, Lord the Maker" die Eröffnung zum Abendlob in doppelchöriger Aufstellung. Auch wenn die darauf folgende Bach-Motette nicht hunderprozentig glückte, konnten wir dies mit einem dynamisch-kontrastreichen Vortrag von "Deep River" und Rachmaninovs "Ave Maria" wieder wett machen, bei dem man in den Piano-Teilen die Stecknadel hätte fallen hören können. O. Gies' "O Täler weit" und auch der "3-Minuten-Messias" hinterließen ein gut gelauntes Publikum und nach dem abschließenden "Nachtlied" von Max Reger setzte herzlicher Beifall ein. Auch nach diesem Konzert wurde reichlich gespendet und der Pfarrer legte wegen unserer Chorreise-Ausgaben noch einen großzügigen Betrag obendrauf. Vielen herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle dafür! Auch der Kirchenmusiker würdigte unseren Auftritt mit sehr netten Worten. Am lauen Frühlingsabend folgte eine letzte Foto-Aktion vor dem Kirchenportal, auf dem unsere mitgereisten Juco-Kids - nicht nur wegen der 'Farbtupfer' - natürlich nicht fehlen durften! Untermalt wurde das Ganze sehr treffend von einer spontanen Zugabe vom "Park-Platzregen"... welche unsere Gedanken zum bevorstehenden Schlusspunkt dieser toll organisierten, ereignisreichen und in jeder Hinsicht heiteren Reise nach Aachen sehr treffend zusammenfasste: "Komm, und gib mir Deine Hände... halt mich fest, dann geht es nie zu Ende... wir überfall'n die Parkbank und wir finden's wunderschöööööööön!"

/AK

Mehr Qualität als Quantität

In anderer Form als erwartet: Juco erfolgreich beim Chorwettbewerb auf dem Rotenberg!

Im wunderschönen Wonnemonat Mai wagte sich der Juco buchstäblich auf „neues Terrain“, genauer gesagt auf die Treppe vor der berühmten Rotenberger Grabkapelle bei Cannstatt, als wir dort erstmalig im Rahmen eines kleinen Chorwettbewerbs für 3 Stuttgarter Sing-Ensembles konzertieren durften. Ein Auftritt im Freien ist immer eine besondere Herausforderung, und so hofften wir nicht nur auf gutes Wetter - und Petrus meinte es an dem Tag wirklich gut mit strahlendem Sonnenschein - sondern auch auf einen musikalisch gelungenen Vortrag mit diesen schwierigen akustischen Verhältnissen.

Die Herausforderung meisterten wir jedoch bestens und es machte uns riesigen Spaß, unser A-Capella-Repertoire v.a. der heiter-groovigen „Mucke" präsentieren zu können: Sei es „The Lion Sleeps Tonight“, der 3-Minuten-Messias (eine Melange á la Händel), lebhafte Arrangements zu Grönemeyers „Mambo“ sowie dem Spiritual "Soon ah will be done“ oder die Cross-Over-Variation von "O Täler Weit“ - alle Stücke kamen sehr gut beim Publikum an! Und es kam noch besser: Auch den Veranstaltern gefiel unser Vortrag so gut, dass sie uns kurzerhand ein Angebot für weitere Konzertveranstaltungen IN der Grabkapelle machten!

So gingen wir zwar zunächst nicht als Sieger des Wettbewerbs hervor (u.a. da wir die bereitgestellten Abstimmungskarten NICHT von vorn herein mit Kreuzchen für unseren Chor "vorbereiten" wollten...), freuten uns aber über dieses rundum geglückte Konzert an einem herrlichen Frühlingstag, das positive Feedback von Publikum und Veranstalter sowie den Ausblick auf weitere Auftrittsmöglichkeiten an diesem renommierten Ort. Wir kommen sehr gern wieder!



/AK

After-Work-Concert


Programm "Sommerfrische Chormusik" im Augustinum,

Stuttgart-Killesberg, 13. Juli 2016


Michael Praetorius               Audite, silete

Orlando Gibbons                 The Silver Swan

Johann Sebastian Bach      Lobet den Herrn alle Heiden

Spirituals                             Deep river
.                                           Soon ah will be done

O. di Lasso                         Oh che bon Echo

J. Brahms op.42                 Abendständchen
.                                          Vineta

Peter Gritton                       Three-minutes Messiah

J. Lennon/p. McCartney     Michelle

H. Grönemeyer                   Mambo

Oliver Gies                          O Täler weit
Parkplatzregen

Zuccalmaglio/Buchenberg   Kein schöner Land

 

/AK

Klare Juco-Klänge in der Nebelhöhle

Konzert-Premiere an einem ungewöhnlichen Auftrittsort

Wir kamen nachmittags an einem schönen Herbst-Samstag Ende September in Sonnenbühl bei Reutlingen an, in gespannter Erwartung auf diese außergewöhnliche Konzert-Location. Also stiegen wir erst einmal tief und weit in die Nebelhöhle hinunter,  eine der größten und schönsten Höhlen der Schwäbischen Alb. Ihre unterirdischen Räume waren stimmungsvoll mit buntem Licht angestrahlt, was die bizarren Tropfstein-Formationen besonders eindrucksvoll hervorhob. Und ganz wörtlich - dem Namen entsprechend - formte sich unser Atem zu sichtbaren kleinen Nebelwolken bei 'wohligen' 9 Grad Celsius. Entsprechend schnell reifte der Entschluss in uns, zum Auftritt den 'Zwiebellook' unter der Chor-Klamotte zu perfektionieren. Manche Dame bewerkstelligte es tatsächlich, bis zu 6 Lagen unter der schwarzen Robe zu tragen und dennoch nicht wie ein Michelin-Männchen-Imitat auszusehen. :-)
Der lokale Organisator und Höhlenführer Herr Scheff begrüßte uns herzlich in 'seiner Höhle' und half uns tatkräftig dabei, den Auftrittsraum mit Baumarkt-Equipment zum Erleuchten zu bringen. Nachdem dies bewerkstelligt war, wirkte allerdings unser Maestro wider Erwarten ein wenig enttäuscht... denn im Dämmer-Licht ohne die Zusatz-Leuchten hätte der Juco beim Probe-Singen wie kaum jemals zuvor 'herausgeschaut' zu ihm! Ob wir nicht lieber im Dunkeln singen wollten? Natürlich nicht, schließlich ging es nicht nur darum die Noten zu erkennen, sondern dem Publikum auch einen bestmöglichen optischen Eindruck von unserem Ensemble zu geben. Und klangtechnisch versprach es sowieso ein ‘Highlight' zu werden, denn uns bot sich eine tolle und dankbare Akustik, die mühelos den ganzen Raum erfüllte und bei der auch der Text deutlich verständlich blieb; das war weitaus angenehmer zum Musizieren als in so mancher Kirche. Nun mussten 'nur noch' der Vortrag und Ausdruck unseres Repertoires stimmen, welches wir jedoch dank steter Übung recht sicher beherrschten.... da konnte doch eigentlich nichts mehr schiefgehen!

Also starteten wir um Punkt 20:00 Uhr in unser erstes Herbstkonzert an diesem Ort. Ein gut gelaunter und zu Scherzen aufgelegter Chorleiter Paul Theis begrüßte das Publikum und führte es gewohnt nonchalant durch einen Querschnitt des Juco-Repertoires. Auf dem Programm standen vor allem weltliche Werke aus mehreren Jahrhunderten und musikalischen Stilrichtungen. Ein frisches "Audite Silete" bildete den Auftakt, andächtig gefolgt von "Silver Swan", einer lyrisch-melancholischen Schwanengesang-Vertonung von O. Gibbons. Auf das sehr dynamisch intonierte Spiritual "Deep River" folgte bereits ein sehr kräftiger Applaus der Zuhörer. So angespornt setzten wir alles daran, sie weiter in unseren Bann zu ziehen - sei es beim rhythmischen "Soon ah will be Done" oder bei den getragenen und ein wenig sentimentalen Stücken aus Nordeuropa. Begeistert kündigte unser Maestro dann das nächste Stück an, als er über die spontane 'Flashmob'-Aktion letztes Jahr während unserer Finnland-Reise berichtete, als wir beim Anstimmen von Sibelius' "Finlandia" für ein paar Minuten das hektische Treiben im Hauptbahnhof von Helsinki zum Innehalten brachten und einige Finnen von unserem Gesang sichtbar ergriffen waren. Entsprechend patriotisch und innig gelang uns denn auch der Vortrag dieses Werks. Ebenfalls großen Anklang beim Publikum fand das von uns künstliche erzeugte Echo im versetzt gesungenen "Che Bon Echo" von O. di Lasso. Dieses Werk kam in der Atmosphäre der Nebelhöhle besonders gut zur Geltung - just wie es unser Chorleiter vorausgesagt hatte. :-) Bei den folgenden Brahms-Stücken waren wir nun endgültig 'in unserem Element' angekommen. Sowohl das sanfte "Abendständchen" als auch das im Barcarolen-Rhythmus schwingende "Vineta" kamen sehr gut an. Ja, an diesem besonderen Ort machte das Singen wirklich großen Spaß, und es gelang uns nicht nur für eine lauschige Konzertatmosphäre zu sorgen, sondern auch ein wenig mit unserem Publikum zu 'interagieren'. Denn nun war die Meinung der Zuhörer gefragt, ob wir denn noch kurz den Messias von Händel einschieben könnten? Sie stimmten zum Glück zu, also fassten wir uns höflicherweise kurz mit einer Fassung, die kaum länger dauerte als drei Minuten. Die abschließenden Popstücke (u.a. "Michelle" / "Blackbird" von den Beatles sowie die Gies-Arrangements von Grönemeyers "Mambo" und Mendelssohns "O Täler weit") präsentierten wir stilsicher mit dem nötigen 'Groove'. Einmal mehr stellte sich der 'Parkplatzregen' als Publikumsliebling heraus - Mitklatschen inklusive! Das dezente "Kein schöner Land" bildete den Abschluss in einem Programm, in dem jedoch eher die besinnlich-ruhigen Werke die Akzente setzten. Wir genossen den abschließenden Applaus, der überaus überschwänglich und herzlich war. Natürlich kamen wir der Forderung nach einer Zugabe gerne nach und beendeten auch diese passenderweise mit einem Piano-Schlussakkord.
Was für eine gelungene Premiere! Glücklich stiegen wir wieder die Treppen hinauf ins Freie und mussten dieses tolle Konzerterlebnis natürlich noch gebührend 'begießen'. Wie gern würden wir hierher noch einmal wiederkommen dürfen zum Musizieren! Dann jedoch mit einer wetterfesten Chormappe, denn die Tropf-Steine machten ihrem Namen alle Ehre. :-)

/AK

Musikalisches Krippenspiel

Das diesjährige Juco-Weihnachtskonzert am 18.Dezember 2016 in der Stuttgarter Matthäuskirche war ganz dem Spätwerk des bekannten Dresdner Kom-
ponisten und Meister des Frühbarock, Heinrich Schütz (1585 - 1672), gewidmet. Seine Vertonungen des bekannten Weihnachtsliedes „Machet die Tore
weit“ (SWV Anhang 8), bei dem die Geburt Jesu im Wechselgesang zwischen Solisten-Ensembles und einem doppelt arrangierten Chor angekündigt wird,
sowie sein prächtiges, im venezianischen Stil verfasstes Magnificat „Meine Seele erhebt den Herrn“ (SWV 494) stimmten festlich auf den Höhepunkt der
Aufführung ein: die "Historia der Geburt Christi" (SWV 435).
Beim Vortrag dieser Weihnachtsgeschichte ließ das Ensemble das farbenreiche Krippenspiel sehr plastisch werden: Sei es die ekstatische Freude des
verkündigenden Engels, das scheinbare "Kopfnicken" der Hirten beim "Lasset uns nun gehen", der majestätische Auftritt des autoritären Königs Herodes,
das Mitleid mit Rahel wegen des schmerzhaften Verlusts um ihre Kinder oder die lobende und dankbare Menge des Volkes im Beschluss-Teil. Der Zuhörer
konnte aufgrund des ausdrucksstarken Vortrags und der klanglichen Präsenz der Ausführenden all dies sehr lebendig nachempfinden!
Begleitet wurde der Chor von der Capella Principale; einem Ensemble von Musikern, die mit alten Instrumenten bzw. Kopien frühbarocker Instrumente
und mit entsprechendem Wissen um die Aufführungspraxis für einen authentischen Klang sorgten. Außerdem wussten die großartigen Solisten zu
überzeugen: Roger Gehrig (Tenor) gelang es, den Evangelisten ausgewogen zwischen Empfindsamkeit und sachlicher Distanz zu interpretieren und
dadurch die Vorträge der einzelnen Figuren zu einer "Historia" zu verbinden. Mit ihrem beseelten, raumfüllenden Sopran brachte Christine Reber vor allem
in den Engel-Intermedien sowohl ihre Figur zum Schweben als auch das Publikum zum Dahinschmelzen. Zudem wirkten einige Chorsängerinnen und
-sänger scheinbar mühelos mit den Profis in den Solo-Partien mit. In der Tat: der vielfältige Fundus an wohlklingenden Stimmen im JuCo ist wirklich
beeindruckend! Dies ist nicht zuletzt dem erfahrenen Chorleiter und Musikpädagogen Paul Theis zu verdanken, dem es immer wieder gelingt, seine
Schützlinge zu solchen Bestleistungen zu befähigen. Er leitete die Aufführung mit großer Umsicht und spürbarer Hingabe.
Der Junge Chor Stuttgart sorgte mit diesem stimmungsvollen Weihnachtskonzert für höchsten Hörgenuss und hatte dabei beim Musizieren selbst
offensichtlich große Freude. Was für ein gelungener Abschied aus dem Chorjahr 2016!
Nun dürfen wir gespannt sein, welche musikalischen Leckerbissen uns das Ensemble in seinem 50. Jubiläumsjahr 2017 präsentieren wird...

/AK

 

2015

Finnland: Musik, Kultur und Natur Pur

Dank unserer Mitsängerin Katja führte uns unsere diesjährige Chorreise vom 30. Mai bis 6. Juni 2015 nach Finnland, ins Land der Felsen, Seen und Wälder, der Saunen
u
nd des deftigen Essens, der Heimat von Komponist Jean Sibelius, Architekt Alvar Aalto sowie von unzähligen Mücken...

Finnenburg, Finlandia und Flashmob in Helsinki

Nach der Ankunft im Hostel am späten Samstagabend starteten wir unsere kulinarischen Erkundungen mit einem deftigen Abendessen von Rentierauflauf und Kartoffelpüree. 
Die durstigen Kehlen wurden mit Gerstensaft und anderen Brauprodukten gespült, deren Preise jedoch manchen ungläubig staunen und tief in die Tasche greifen ließen.

Am nächsten Morgen brachen wir bei strahlendem Sonnenschein Richtung Hafen auf, um zur Festungsinsel "Suomenlinna" überzusetzen. Diese "Finnenburg" spiegelt
die wechselvolle Geschichte des Landes wieder, da sie erst von den Schweden errichtet und später von den russischen Militärs besetzt wurde, bevor endlich im letzten Jhd. 
die Finnen selbst wieder ihre Regentschaft übernehmen konnten. Inzwischen ist die Insel ein beliebtes Ausflugsziel für die Hauptstädter geworden, und so pilgerten auch wir 
mit den Sonntags-Ausflüglern entlang der dicken Festungsmauern zu den kleinen Buchten sowie über die Strandpromenaden bis hin zu den hübsch angelegten Cafés. 
Anschließend konnten wir uns ausgeruht dem eigentlichen Grund unserer Reise widmen... dem Konzertieren! Auch wenn die Inselkirche eine besondere Akustik mit viel
Hall bieten sollte, schärfte uns unser Maestro vorher ein, dass die Kirche "nicht macht was ihr wollt!". Den Publikumsreaktionen nach zu urteilen war das Resultat unseres Gesangs 
jedoch sehr erbaulich; beim "Parkplatzregen" wurde mitgeklatscht, bei Griegs "Paradeis" war man erstaunt über Pauls sonores Solo, aber insbesondere der Vortrag des "Finlandia"-Liedes von Sibelius, der heimlichen finnischen Nationalhymne mit sehr patriotischem Text, trieb einigen gerührten Zuhörern tatsächlich die Tränen in die Augen.


Der Abend und nächste Morgen standen zur freien Verfügung, den die SängerInnen und ihr zahlreicher Anhang zum ausgiebigen Stadtbummel zwecks Sightseeing, Shoppen,
Schlemmen oder einfach nur zum Relaxen nutzten. Am frühen Nachmittag trafen wir uns in der berühmten Felsenkirche für unsere zweite Aufführung. Die kreisrund gebaute
"Temppeliaukio"-Kirche ist tatsächlich mitten in den Fels eingelassen, und besticht durch eine einzigartige Atmosphäre, helles Licht und tollen Klang. Einziger Nachteil bei Auf-
tritten dort ist das ständige Kommen und Gehen der meist asiatischen Touristen, die in der Kirche oft nur für ein paar Minuten verweilen, dabei jedoch hektisch mit dem Knipsen 
ihrer Fotos beschäftigt sind. Insofern konnte der JuCo wirklich stolz sein, dass es ihm gelang, während des Promenaden-Konzerts für deutlich ruhigere und besinnlichere Stimmung sowie
für längeres Verweilen der Besucher im Gotteshaus zu sorgen. Im Anschluss folgten wir einer in Helsinki studierenden Österreicherin zum Stadtrundgang durch die Stadt, die uns
viele Hintergrundinfos zu Land und Leuten, der Geschichte und den Attraktionen der Metropole gab, u.a. dem Nationalmuseum, Finlandia-Halle von Aalto, Sibelius-Akademie,
Parlament, Esplanade und Hafen, Kaspenski-Kathedrale, der finnischen Eisbrecherflotte, sowie dem Dom/ Domplatz mit Brauereikneipe. Höhepunkt der Tour war jedoch ohne
Frage die große Halle des Hauptbahnhofs, in der wir uns spontan zum ersten "Flashmob" unserer Chorgeschichte entschlossen und auch hier "Finlandia" zum Besten gaben.     Der Applaus und die begeisterten Kommentare der ansonsten eher zurückhaltenden Finnen werden wirklich unvergesslich bleiben!

Die "volle Dröhnung" in Tampere und Hämeenlinna

Am Dienstag bestiegen wir den Pendolino-Zug nach Tampere und verbrachten einen entspannten Tag im "Manchester Finnlands". Die meisten zog es bei schönem Wetter zur Uferpromenade, zum Pyynikki-Park mit seinem Aussichtsturm (samt finnischen Munki = Donuts), später auch zur Innenstadt oder in die ungewöhnliche Kaleva-Kirche, die einen
Grundriss in Fischform besitzt. Abends trafen wir uns alle zum herzhaften Abendmahl in der rustikalen Plevna-Brauerei wieder, die sich im Fabrikgebäude von "Finlayson"
befand; einer von einem Schotten gegründeten ehemaligen Weberei am Tammerkoski-Fluss.
Tags drauf blieben viele wegen heftigen Regens im "Dreamhostel" und wagten sich erst mittags wieder aus dem Haus, um per Bahn nach Hämeenlinna, Sibelius' Geburtsort, 
zu gelangen. Dort erwartete uns wieder schönes, wenngleich auch frisches Wetter, so dass wir zuerst noch ein wenig die Stadt erkundeten, bevor zum letzten Mal die Pflicht rief
für unsere Aufführung am Abend. Diesmal waren wir allesamt - inklusive Chorleiter - besonders nervös, da die Kirchengemeinde für unser Konzert eine Abendkasse mit Eintritts-
entgelt geplant hatte. Und unser flaues Gefühl sollte Recht behalten... jedoch nicht bezogen auf unsere Sangesleistung oder gar auf Pauls virtuoses Orgelspiel (auch dank Franzis tatkräftiger Unterstützung beim Registrieren), sondern der wummernde Bass der Rockveranstaltung auf dem Marktplatz nebenan machte sich hin und wieder dröhnend in unserem Konzert bemerkbar. Doch im zweiten Teil unseres Auftritts konnten wir wieder ungestört musizieren und so auch beim "Salmo" die tolle Akustik mit beeindruckendem Nachhall auskosten. Dem Publikum schien unser Vortrag trotz allem sehr gefallen zu haben, denn es spendete herzlichen Beifall und forderte auch noch eine Zugabe ein, deren offenbar sehr gute finnische Aussprache besonders gelobt wurde.

Entspannung und Natur Pur in Tervakoski

Nachdem alle Auftritte absolviert waren, konnten wir entspannt  zur letzten Station unserer Reise aufbrechen: nach Tervakoski, einer kleinen Feriensiedlung an einem See.
Hier erlebten wir "Suomi" aus dem Bilderbuch: Schicke Holzhäuschen und ein von viel Wald umgebener See, sonniges Wetter und ein paar Schäfchenwolken. Abends entdeckten wir bisher ungeahnte Fähigkeiten unserer "Männer & Tenöre" : Sie sammelten fleißig Holz und stapelten es in geübter Pfadfinder-Manier zum Lagerfeuer, ja sogar Stockbrot und am nächsten Morgen frische Pfannkuchen wurden uns kredenzt... fabelhaft! Klar, dass dieser schöne Abend begossen (Kippis!) und mit Liedern "veredelt"
werden musste! Und so sangen wir ohne Publikum (die vielen Mücken nicht mitgezählt) - d.h. einfach nur für uns selbst - in die lang anhaltende Dämmerung hinein...

Am Tag vor unserer Abreise wurden die Vorzüge unserer Umgebung ausgiebig genossen. Zunächst folgte eine Kanufahrt auf See und Fluss; unsere beiden Tilmänner konnten offensichtlich nicht genug vom finnischen Wasser kriegen und gingen trotz Boot sprichwörtlich baden. Sie ertrugen die anschließenden Neckereien jedoch tapfer mit breitem Lächeln! Andere wiederum stürzten sich freiwillig in die kalten Fluten des Sees nach der obligatorischen Sauna, was weithin hörbares Juchzen hervorrief. Auch der Juco-Nachwuchs konnte nach Herzenslust toben und fand in nahezu jedem Haus geeignete Spielkameraden. Besonders unsere "Neu-Jucorianer" Franzi und Toni waren bei den Kleinen sehr beliebt und ließen sich geduldig in jede ihrer Spielaktionen verwickeln. Auch die mitgekommenen (Ehe-)Partner trugen sehr zum harmonischen Miteinander bei, was auch die zahlreichen Sangeseinlagen nicht zu ändern schienen. Am zweiten Abend wurden dann v.a. die klassischen Lagerfeuer-Schlager-Gassenhauer zum Besten gegeben und zudem mussten auch Töpfe und Eimer als Schlag-Instrumente herhalten.
Doch zuvor hatte Katja für uns zum krönenden Abschluss noch ein finnisches Büffet auffahren lassen, zum Ausklang einer von ihr perfekt organisierten Reise! So melancholisch
wie unsere Stimmung am Abreisetag war dann auch das Wetter. Bei Regen stimmten wir im Bus zum Flughafen als Dankeschön für Katja, sowie für die Kinder und uns alle an:
"Goodnight Sweetheart, it's time to go...".

/AK

Geistliche Sommerkonzerte

Im Juli standen mehrere Termine auf dem Programm:

Zunächst durften wir zum zweiten Mal nach 2010 wieder zur Stunde der Kirchenmusik in Esslingen zu Gast sein.

Programmablauf:

Jan Håkan Åberg: I Himmelen

Wiliam Mundy: O Lord, the Maker

Moritz Hauptmann: Meine Seel ist stille zu Gott

Peter Planyavsky: Lobet den Herrn (Psalm 148+121)

Knut Nystedt: Peace, I leave with you

Bernhard Blitsch: Dein Wort ist Licht und Wahrheit

Heinrich Schütz: Meine Seele erhebt den Herrn

Gottfried August Homilius: Unser Vater in dem Himmel

Jean Sibelius: Drömmarna

Albert Becker: Herr, nun lässest Du

Sergej Rachmaninov: Bogoroditse Devo

Moritz Hauptmann: Abendlied

Knut Nystedt: I will praise Thee, o Lord

Edward Grieg: Im Paradeis

 

2 Wochen später stand unsere Premiere bei der beliebten Orgelnacht in Kirchheim an.

Nicht zuletzt wollten wir mit diesen zwei Auftritten auch den runden Geburtstag unseres Maestros standesgemäß begehen; quasi als Geschenk und Geburtstagsständchen in Einem!

Die nachfolgende Konzertkritik der Orgelnacht bestätigt, dass uns dieses Vorhaben tatsächlich gelungen ist. Zudem strahlten das Geburtstagskind und alle Chorsänger - vor allem jedoch die Sommersonne - bei der darauffolgenden Feier um die Wette.

Quelle und alle Rechte: "Der Teckbote" (Kirchheimer Zeitung) vom 30.07.2015. Autor: Winfried Müller

Kirchheim. Das Konzept der Orgelnacht braucht kaum noch vorgestellt werden: Die Idee, in vier hochkarätigen Konzerten die „Königin der Instrumente“ mit anderen Instrumenten, Ensembles oder der menschlichen Stimme in einen Dialog treten zu lassen, hat sich längst als Erfolgsmodell erwiesen. Das zeigt der große Publikumszuspruch, quer durch alle Altersschichten.

Den Auftakt des Abends bestritt der Hausherr gemeinsam mit Thomas Gindele aus Göppingen. Unter der Rubrik „Orgel plus Erzähler“ präsentierten sie „Drei Märchen“ für Erzähler und Orgel des Münchner Professors Enjott Schneider. Die Märchen aus Japan und Afrika sowie ein islamisches Märchen waren in unterschiedliche musikalische Gewänder gekleidet, die den beiden Künstlern viele Gelegenheiten boten, ihr Können zu zeigen. Dekanatskirchenmusiker Thomas Specker nahm die Zuhörer durch vielfältig schillernde Registrierungen mit in ferne Kontinente, Thomas Gindele zog die Anwesenden durch seine nuancierte Vortragsweise in den Bann. Die Orgel konnte ihre schönen Klänge zur Geltung bringen: mal hell klingelnd, dann wieder dunkel tönend oder majestätisch kräftig. Die Märchentexte enthielten allesamt eine sinnige Botschaft, die Gindele mit warmem Erzählgestus he­rausarbeitete.

Der zweite Teil war mit Orgel und Trompete überschrieben. Saxofon, Orgel und Piano übernahmen einen Part, Orgelstücke „pur“ wurden von der Weilheimer Kantorin Petra Elze gespielt. Mit einem Stück des Brasilianers Heitor Villa Lobos eröffneten die Musiker Benjamin Engel am Saxofon und Nikolai Gersak an der Orgel ganz neue Klangwelten. Petra Elze spielte zu Beginn das Stück „Chant du soir“ von Marco Enrico Bossi. Sie zeichnete die Abendstimmung nach und ließ die Abendglocken gegen Ende des Werkes plastisch hervortreten. Mit Eugene Gigouts „Toccata h-moll“ folgte ein Orgelwerk der Spätromantik. Anfangs noch etwas verhalten, steigerte sich die Kantorin bis zum triumphalen Schluss, der zum ersten Mal das volle Werk der Orgel ertönen ließ. Eine Adaption einer Sonate von Bach für Saxofon und Orgel gefiel besonders durch die barocke Musizierfreude der beiden Künstler, die feine Abstimmung untereinander sowie die typische Terrassendynamik. Petra Elze überzeugte nochmals als Solistin mit dem heiter „angejazzten“ Orgelstück „Mozart Changes“, das 1995 als Auftragskomposition entstand und auf zwei Motiven aus Mozartwerken fußt. Mit Astor Piazzolas „Libertango“ wurde ein erster Höhepunkt des Abends erreicht. Was Benjamin Engel und Nikolai Gersak dabei an rhythmischem Drive und expressiven Linien entfalteten, war atemberaubend – die Orgel schien zeitweilig zu „tanzen“.

Der Junge Chor Stuttgart begeistert mit vielfältiger A-cappella-Musik und bringt die Königin der Instrumente kurz zum Schweigen. Foto: J. Bächle

Danach hatte sich die „Königin der Instrumente“ zum ersten Mal in der Geschichte der Orgelnächte eine Pause verdient. Unter der Leitung von Paul Theis bot der Junge Chor Stuttgart einen interessanten Querschnitt durch die A-cappella-Literatur: Der Bogen spannte sich von der Renaissance, vertreten durch den Londoner Komponisten William Mundy, bis zur Neuzeit, repräsentiert durch die Beat­les oder Percy Grainger. Bei allen Werken fiel die hohe Textdeutlichkeit auf, die Intonationssicherheit, die absolute Präsenz sowie die Ausgewogenheit der Stimmen. So bewältigten sie auch rhythmisch anspruchsvolle Titel wie „Parkplatzregen“ des Maybebop-Mitbegründers Oliver Gies.

Bei Griegs Psalm „Im Himmelreich“ übernahm Theis das Baritonsolo mit schönem, prägnantem Timbre. In Peter Planyavskys „269. Psalm“ konnte der Chor nochmals seine Spannkraft demonstrieren, die zu einem beeindruckenden Fortissimo-Klang am Ende führte. Der enthusiastische Beifall wurde mit einem modernen Stück mit Anklängen aus Händels „Messias“ belohnt.

Dann gehörte die Kirche wieder ganz Benjamin Engel und Nikolai Gersak: Jazzstandards wurden „raumgreifend“ musiziert – so konnten die Klänge von Saxofon und Bassklarinette im Dialog mit Kirchenorgel, Piano und Schlagzeug ganz besondere Wirkungen hervorrufen. „Night and Day“ im Sambafeeling oder „Spain“ von Chick Corea mit dreimaligem improvisierten Toccaten-Intro unterstrichen die Virtuosität aller Beteiligten. Ein neues Element war das gemeinsame Musizieren von Liedern aus dem neuen „Gotteslob“ – das Publikum wurde dabei vom Stuttgarter Jungen Chor tatkräftig unterstützt. Schließlich entließen die Musiker die Besucher mit einer Zugabe von Charlie Mariano in musikalischer Hochstimmung in die Nacht. Ad multos annos!

Juco-Einblicke

Was tut der Juco sonst noch außerhalb der wöchentlichen Proben und regelmäßigen Konzertaufführungen?

Gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten, wie z.B. Chor-Ausflüge, Grillfeste und natürlich das obligatorische Proben-Wochenende spielen in unserem Chorleben eine mindestens ebenso große Rolle. Auch in 2015 gab es wieder einige entsprechende Aktionen: Ein Skiausflug ins Brandnertal im Januar, die Bewirtung am Bärenschlössle im September, ein gemeinsamer Wasenbesuch zur aktiven Repertoire-Erweiterung :-) sowie das Probenwochenende incl. nächtlicher Jam-Session auf Schloss Kapfenburg… alles das und noch mehr war in diesem Jahr geboten! Anbei einige Impressionen hiervon.

Doppelte Premiere im Advent

Quelle: "Schwäbisches Tagblatt" (Region Tübingen) vom 21.12.2015. Autor: Achim Stricker

Tübingen. Die letzte Motette vor Weihnachten. Der Christbaum ist schon aufgestellt am Altar der Stiftskirche, noch ohne Lichter und Sterne.
Einen Vorschein auf Weihnachten gab der Junge Chor Stuttgart mit seinem schönen und einfallsreichen Programm „O magnum mysterium“ –
das große Geheimnis der Menschwerdung Gottes. Der gleichnamige gregorianische Wechselgesang über die Christgeburt gehört seit dem frühen Mittelalter zur
Liturgie am Weihnachtsmorgen – am Samstag zu hören in drei Vertonungen, von Giovanni Gabrieli  bis Poulenc und Morten Lauridsen.

Der Junge Chor Stuttgart wurde 1967 von Schülern und Studierenden gegründet.
Seit 14 Jahren leitet ihn Paul Theis, in der Region vor allem bekannt durch seine Auftritte als Organist im Duo mit dem Trompeter Bernhard Kratzer.

Die gut 40 Sänger/innen, 25 Frauen- und 18 Männerstimmen, gestalteten mit sicht- und hörbarer Musizierfreude und hielten dabei Kontakt zum Publikum.
Ein natürlicher, direkter und unmanierierter Klang; die Dynamik differenziert und einfühlsam, die Balance zwischen den Stimmgruppen ausgewogen.
Immer wieder berührten feine Pianissimo-Klänge, wobei die Intonation mitunter ihre Unschärfen hatte. So wurde der Chorsatz in Brahms‘ „Es ist das Heil uns
kommen her“ zumal an den polyphon dichten Fugen-Stellen etwas gröber und dicker. Auch Poulencs „Quatre motets pour le temps de Noël“ mit ihren heiklen, 
spröden Sept-Klängen, offen und gespannt, bräuchten zu ihrer Wirkung eine glasklar kristalline Transparenz. 
Dafür war der Chorklang immer warm und sprach den Hörer unmittelbar an.

Auch war das Zusammenspiel von Musik und Liturgie (Dekanin Elisabeth Hege) am Samstag besonders dicht und beziehungsreich: Auf Rheinbergers „Ave Maria“
mit dem Gruß des Verkündigungsengels antwortete die Schriftlesung mit dem Magnificat,  dem Lobgesang der Maria. Auf das Vaterunser folgte „Unser Vater“ des
Bach-Schülers Gottfried Homilius, ein hübscher Chorsatz mit einer griffigen „Denn dein ist das Reich“-Fuge. Hier war der Textausdruck am plastischsten.

Auch die beiden Gemeindelieder der knapp 550 Motettenbesucher zeichneten den mystischen Gang durch die Heilige Nacht nach: eingangs „Die Nacht ist
vorgedrungen“, in der Mitte des Programms „Nun jauchzet, all ihr Frommen“ und der Wechsel zu fröhlichen Weihnachtsgesängen.
John Rutters poppig besinnliches „Nativity Carol“ begleitete Theis am Steinway. Das traditionelle „God rest you“ läutete  der dänische Komponist John Hoybye
mit vergnügten „Ding-Dong“-Begleitstimmen ein. Zuletzt „Puer natus in Bethlehem“ des lettischen Zeitgenossen Rihards Dubra.
Eine sympathisch gutgelaunte Einstimmung auf Weihnachten.

Am vierten Adventswochenende 2015 sollte dem Juco eine doppelte Premiere bevorstehen: Am Samstag war erstmalig ein Konzert unseres Chors in der Tübinger Stiftskirche geplant, im Rahmen der renommierten Musikreihe "Tübinger Motette". Und am Sonntag drauf sollte unser erster großer Auftritt in der neuen "musikalischen Heimatstätte" St. Matthäus in Stuttgart-Heslach stattfinden. Und als wäre dies allein nicht schon Ansporn genug, hatten wir uns zudem noch ein anspruchsvolles A-Capella-Repertoire zum Thema " O Magnum Mysterium" vorgenommen, mit Chormusik aus unterschiedlichsten Ländern und Musikrichtungen: Vom doppelchörigen Wechselgesang der Renaissance und melodischen Adventsmotetten der Romantik bis hin zu spannungsreichen Chorstücken der Moderne - alles sollte im diesjährigen Programm vertreten sein und natürlich auch stilgerecht interpretiert werden!
Die Generalproben fielen außerdem kürzer als gewöhnlich aus, damit wir unsere Stimmbänder für den Auftritt schonen konnten. Entsprechend groß war die Nervosität vor den Konzerten.

Doch als es dann galt, das Einstudierte gebührend vorzutragen, zeigte sich der Juco gewohnt verlässlich von seiner Schokoladenseite. Das musikalisch bewanderte und entsprechend wählerische Publikum in Tübingen war während unserer Aufführung schon merklich angetan; während der Stücke und selbst in den Pausen herrschte aufmerksame Stille. Der Chor wiederum genoss es sichtlich in einer eindrucksvollen Kulisse musizieren zu dürfen: in diesem geschichtsträchtigen und adventlich-besinnlich geschmückten Gotteshaus vor gut gefüllten Kirchenbänken… wahrlich, ein Höhepunkt in der JuCo-Chronik!
Bis auf wenige Unsicherheiten bei Poulencs Weihnachtsmotetten gelang es uns, die Stücke sehr gewissenhaft und mit abwechslungsreichem musikalischen Ausdruck vorzutragen. Bei Rutters „Nativity Carol“ konnten wir unsere Stimmen dank der unterstützenden Klavierbegleitung von Chorleiter Paul Theis etwas schonen, um dann bei Lauridsens „Magnum Mysterium“, Homilius’ „Vater Unser“ und nicht zuletzt dem intonatorisch sehr schwierigen „Puer natus est in Bethlehem“ vom lettischen Komponisten-Newcomer R. Dubra nochmal alles geben zu können.
Nach dem ersten Auftritt in Tübingen waren die Zuhörer sichtlich beeindruckt von unsrer Darbietung; manch einer wollte gar nicht glauben, dass auf der Bühne tatsächlich nur Laien standen und der Chor ganz ohne bezahlte Aushilfen auskam!

Und entgegen der Regel, dass es beim zweiten Konzert häufig weniger gut läuft, gelang es uns, beim Auftritt in Stuttgart sogar noch eine "Schippe draufzulegen“, was das Publikum mit mehreren nachdrücklichen Aufforderungen nach Zugaben auch ausgiebig belohnte.
Beide Konzertpremieren waren also rundum gelungen, entsprechend waren sowohl die Chorsänger als auch unser Maestro natürlich doppelt froh und stolz!

Auch bei der abschließenden Weihnachtsfeier merkte man, dass jeder mithelfen und seinen eigenen Beitrag zum Gelingen leisten wollte - sei es kulinarisch, programmtechnisch oder "hinter den Kulissen". So konnten wir an diesem Wochenende alle selbst erleben, was das Miteinander im Juco so besonders macht und warum er diesbezüglich jeden (semi-)professionellen Projektchor in den Schatten stellt. Dies betonte auch unser Chorleiter Paul Theis in seinem lobenden Fazit des Konzertwochenendes. Und er behielt noch mit einer weiteren Einschätzung Recht: Die Lieder des Weihnachtsprogramms sollten uns noch über die Weihnachts- und Neujahrstage hinaus begleiten und uns entsprechend lange im Ohr bleiben...

/AK

Laien wagen sich an schwierige Stücke

Link zum Presseartikel

 

2014

Chorsvesper zur Fastenzeit

Am 5. Fastensonntag, den 6. April 2014 um 18 Uhr, gastierte der Junge Chor Stuttgart e.V. in der katholischen Kirche St. Erasmus in Wernau. Unter der
Leitung von Paul Theis musizierte der JuCo ein Abendlob-Konzert (Evensong). Es erklang wunderschöne alte und neue Chormusik von Komponisten wie T. Tallis,
J. Rutter, M. Hauptmann und S. Rachmaninov sowie außerdem auch Werke von M. Reger, H. Schütz oder H. Kaminski im Rahmen eines gesungenen Gottesdienstes.
Es hat uns sehr gefreut, dass wir vor gut besuchtem Haus für Sie musizieren durften. Die ausgezeichnete Akustik der Kirche St. Erasmus machte das Konzert
sowohl für den Chor als auch für die Zuhörer zu einem ganz besonderen Erlebnis. Der Junge Chor Stuttgart e.V. bedankt sich sehr herzlich bei der
katholischen Kirche St. Erasmus für die Möglichkeit in ihrem Gotteshaus gastieren zu dürfen und bei allen Zuhörern für ihren Besuch und ihre Spende.

Von Ällem Ebbes

Am 18. Mai 2014 gastierte der Junge Chor Stuttgart e.V. im Rahmen der Stuttgarter Chortage im Bürgerzentrum West in Stuttgart. 
Mit einem abwechslungsreichen Programm, bei dem vom romatischem Liedgut über Volkslieder aus der alpenländischen, englischen und afrikanischen Tradition
bis hin zu stimmungsvollen Pop- und Liebesliedern nahezu jedes Chormusikgenre vertreten war, stellte der Juco seine Repertoirebreite eindrucksvoll unter
Beweis und trug damit maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Proben-Konzert vor vollem Haus

Neidlingen stellte den Ort des nächsten Juco Auftrittes am 2. Juli 2014 dar. Im Rathaus durften wir ein sehr gut besuchtes Konzert in heimeligem Rahmen
gestalten. Unser Publikum konnten wir mit unserem abwechslungsreichen weltlichen Programm für uns gewinnen und hatten sehr viel Spass an diesem Konzert,
das wie eine offene Probe abgehalten wurde. Vielen Dank nochmals auf diesem Wege an die Organisatoren!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

St. Matthäus heißt uns willkommen!

An der zukünftigen Stätte unserer Weihnachtskonzerte gastierten wir erstmals am 13. Juli 2014. Wir umrahmten den sonntäglichen Gottesdienst in der
Matthäus-Kirche in Stuttgart Heslach. Die Matthäus-Kirche eignet sich hervorragend für den Chorgesang, und wir freuen uns schon sehr darauf, ab 2015
unser alljährliches Weihnachtskonzert hier abhalten zu dürfen. Bereits vorab gilt unser Dank den Pfarrern und der Kirchengemeinde, die uns dies ermöglichen.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Bachs Klassiker in neuen Gefilden

Nachdem die Partnerschaft mit der Johanneskirche zum Adventskonzert 2013 zu Ende ging, war der JuCo hoch erfreut, von der kath. Kirchengemeinde
St. Fidelis das Angebot zu erhalten, das diesjährige Weihnachtskonzert am 20. Dezember 2014 im Rahmen der rennomierten Musikreihe "KlangRaum"
zu veranstalten. Es sollte dabei kein geringeres Werk auf dem Programm stehen als Johann Sebastian Bachs populäres Weihnachtsoratorium mit den Kantaten I-III.
Der Juco lud für dieses Konzert den befreundeten Coro Nuovo aus Köngen zur klanglichen Verstärkung sowie das Instrumental-Ensemble Capella Pricipale zur
Begleitung auf historischen Instrumenten. Dirigent Paul Theis gelang es insbesondere bei den Chorstücken, die akustischen Möglichkeiten des Kirchenraumes
in St. Fidelis voll auszuschöpfen und ließ den Chor mit großer Dynamik, Ausdruckskraft und offensichtlicher Freude vortragen. Die hervorragenden Solisten
Gundula Peyerl (Sopran), Margit Diefenthal (Alt), Stephan Frieß (Tenor) sowie Thomas Hamberger (Bass) trugen ihr Übriges durch ihre wunderbar beweglich
intonierten Parts bei, die alle denkbaren Facetten von majestätischen Glanz und liebevoller Wärme bis hin zu preisendem Lob übermittelten. Das Orchester
rundete die überzeugende musikalische Aufführung mit seinem einfühlsamen Spiel ab. Dies bestätigte der lang anhaltende Applaus der Zuhörer.

/AK

 

2013

Evensong - Chorsvesper in englischer Tradition

Am 24. Februar und 3. März 2013 gestaltete der Junge Chor Stuttgart e.V.
unter der Leitung von Paul Theis einen "Evensong" (Abendlob) zur Fastenzeit.
Bei dieser aus der anglikanischen Kirche stammenden Gottsedienstform steht
das gesungene Gebet im Vordergrund ("Song"). Es vereint dabei Elemente der
Vesper und des Komplets. Das Wort "Even" (altengl. für "Abend") steht hier zum
einen für den Zeitpunkt, an dem die gemeinschaftliche Andacht zur Verab-
schiedung des Tages stattfindet. Zum anderen bedeutet der Begriff auch
"ausgeglichen", was einen weiteren Aspekt dieser liturgischen Feier ausdrückt:
Sie dient der Besinnung, dem Zur-Ruhe-Kommen und nicht zuletzt der seelischen
Ausgewogenheit im Einklang mit Gott und sich selbst.

Mit diesem Programm gastierte der JuCo erstmals in den akustisch sehr eindrucks-
vollen Gotteshäusern von Liebfrauen (S-Bad Cannstatt; im Rahmen der Stunde
der Kirchenmusik "Hora Caecilia") sowie in der kath. Kirche St. Georg (S-Nord).

Es erklang wunderschöne alte und neue Chormusik von englischen Komponisten
wie T.Tallis, J.Rutter, B.Chilcott und C.Wood sowie außerdem auch Werke von
A. Bruckner und J.G.Rheinberger.

Der warmherzige Applaus des Publikums galt nicht nur dem Chor samt seinem Chor-
leiter, sondern auch dem Organisten Florian Schimmele, der neben seinem an-
spruchsvollen Solostück zum Einzug auch die Orgelbegleitung bravourös meisterte.

/AK

Der JuCo in Pfronten

Es regnete… Applaus!

Das Wetter im Allgäu hatte leider nicht immer ganz perfekt mitgespielt – trotzdem war es wieder einmal eine richtig tolle Chorreise!
Heuer hatten wir erstmals auch zahlreichen Nachwuchs mit an Bord: in Summe begleiteten uns 10 JuCo-Kinder auf unseren Ausflug!

Doch zunächst konnten wir auch ein paar Sonnenstrahlen genießen, denn am Ankunftstag zu Himmelfahrt bot sich uns ein traumhafter Postkarten-Anblick:
Saftigen Wiesen - ganz gelb vom blühenden Löwenzahn, dahinter die noch schneebedeckten Gipfel und über uns ein strahlend blauer Himmel dekoriert mit
einigen Schäfchenwölkchen. Zum Glück nutzen wir das noch trockene Wetter für eine gemütliche Wanderung rund um den Alatsee.

Danach setzte leider der Dauer-Regen ein, doch wir ließen uns unsere gute Laune davon nicht vermiesen! So besuchten wir zunächst eine Sennerei, in der uns alle Ver-
arbeitungsschritte von der Milch zu den diversen leckeren Käsesorten des Allgäus erläutert wurden. Tags drauf erklommen einige Unerschrockene trotz allen Widrigkeiten
die umliegenden Berge und besichtigten alte Burgruinen. Auch die Freizeitmöglichkeiten unserer Unterkunft (Haus Zauberberg) wurden intensiv genutzt. In der Sporthalle
und im Tischtennisraum haben wir uns augepowert und einen geselligen Abend auf der Kegelbahn verbracht. Und NATÜRLICH – bei einem Chor sehr naheliegend –
haben wir viel geprobt und einige Stücke für die bevorstehenden Konzerte einstudiert.

Vor allem unser Chorleiter fieberte unserem Konzert am
letzten Tag entgegen. In St. Nikolaus zu Pfronten hat er
eine „zweite musikalische Heimat“ gefunden, denn er
ist hier regelmäßig mit Orgelkonzerten zu Gast und pflegt
außerdem freundschaftliche Kontakte zur Kichengemeinde.
Schließlich stellte sich unser Auftritt auch als besonderer
Höhepunkt der Reise heraus!

Direkt nach dem Gottesdienst am Sonntag blieben noch sehr
viele Besucher in den Kirchenbänken sitzen, um unsereren
Matinee-Klängen zu lauschen. Wir gaben verschiedene
Stücke unseres Repertoires zum Besten: sowohl „klassische“
Werke z.B. von M. Hauptmann oder J. Arcadelt als auch
neuere geistliche Literatur (von E. Aguiar und P. Planyavsky),
Spirituals („Ride the Chariot“) und auch einige weltliche
Stücke („Blackbird“ von den Beatles und eine schwedische
Polka) waren zu hören. Diese große Vielfalt und unser dyna-
mischer Vortrag schienen beim Publikum einhellig auf große 
Begeisterung zu stoßen, denn nach dem letzten Stück gab
es für uns sogar Standing Ovations!

 

Nun brauchten wir in jedem Fall eine Zugabe zum Abschluss und waren daher froh, dass unser Maestro am Vortag auf der modernen Orgel ein weiteres Stück eingespielt
hatte, das er nun zur Überraschung aller, einschließlich uns SängerInnen, per Fernbedienung von der Orgelempore abspielen ließ – sozusagen „von Geisterhand“ – während
er selbst uns weiterhin unten vor dem Altarraum dirigierte.

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen beendeten wir das Konzert und damit letztlich auch unseren Ausflug ins Allgäu: Alle waren glücklich über das gelungene Konzert, den
herzlichen Applaus, die vielen schönen Erlebnisse und unseren goldigen Nachwuchs, der uns schon jetzt sein stimmgewaltiges Potenzial offenbarte… :-)

/AK

Sommerfrische Chormusik in Cusanus-Haus und Augustinum

Eine musikalische Reise durch fünf Jahrhunderte Musikgeschichte präsentiert der Junge Chor
Stuttgart (JuCo) bei seinen diesjährigen Sommerkonzertenim Nikolaus-Cusanus-Haus in Birkach
sowie im Augustinum am Killesberg.

Neben Chorwerken von Johannes Brahms, Orlando di Lasso und Paul Hindemith standen auch einige
„unerhörte" Volksliedvertonungen sowie moderne Popsongs (u.a. von den Beatles und Toto) auf
dem Programm.

Die Zuhörer erfreuten sich an einer kurzweiligen Stunde mit Musik für jedermanns Geschmack.

 

 

 

 

 

Juco schwitzt bei Aufnahmen zu aktuellem Repertoire

Ja, es sollte eine wahrlich schweißtreibende Angelegenheit für alle Beteiligten werden! Doch der JuCo hatte sich vorgenommen, einige Werke aus
seinem aktuellen Repertoire nicht nur zur Aufführung, sondern auch zur Aufnahme für eine Demo-CD zu bringen. Der Klang des Gotteshauses war
dafür sehr gut geeignet, die Wetterbedingungen allerdings eher weniger. Dennoch taten Chor sowie Chorleiter und nicht zuletzt der versierte Ton-
techniker, der die Aufnahmen leitete, alles Menschenmögliche, um eine einwandfreie Aufzeichnung einzuspielen. Und das Ergebnis kann sich sehen
und vor allem hören lassen! Mit diesem Mitschnitt wird der JuCo bei künftigen Konzertanfragen zweifellos eine eindrucksvolle musikalische Visitenkarte
hinterlassen können.

Chorleiter Paul Theis hatte schließlich doppelten Grund zur Freude: Zum einen wegen der gelungenen Aufnahme und zum anderen aufgrund seines
Geburtstags, der abschließend bei einem Stück Kuchen und einem Gläschen Sekt gefeiert wurde.

Fanfares & Carols: Weihnachtliche Werke aus dem englischen Sprachraum

Im Mittelpunkt des Weihnachtskonzertes "Fanfares & Carols" des Jungen Chores Stuttgart e.V. vom 22. Dezember 2013 standen Kompositionen
aus dem englischen Sprachraum sowie aus verschiedenen musikalischen Epochen. Außerdem hatte der Chor das Ludwigsburger Blechbläser-
Quintett eingeladen, um dem Programm einen besonders festlichen Klang zu verleihen.

 

Programm "Fanfares & Carols":

Andreas Hammerschmidt
Machet die Tore weit

Samuel Scheit
Canzon Bergamasque (LBQ)

Josef Gabriel Rheinberger
Ex Sion
Rorate Coeli

Giovanni Gabrieli        
Canzon per Sonare Nr. 4 (LBQ)

Claudio Monteverdi              
Ave Maris Stella

Claudio Monteverdi              
Cantate Dominum (LBQ)

Giovanni Gabrieli         
Hodie Christus natus est

Johann Sebastian Bach         
Concerto BWV 596: Allegretto Allegro (LBQ)

 

Traditional (Wales)   
Deck the Hall

William J. Kirkpatrick   
Away in a Manger

Felix Mendelssohn-Bartholdy         
Hark! The Herald Angels sing

David Willcocks/ Traditional   
Tomorrow shall be my dancing day   

John Rutter   
Nativity Carol      

Henderson/ Schütz/ Traditional  
The Saint's Hallellujah (LBQ)

John Høybye/ Traditional  
God rest you, merry Gentlemen   

Eric Robertson
Fanfares & Carols

 

2012

Johannespassion - Doppelkonzert

Mai-Ausflug

Am 01.05.2012 führte uns unser traditioneller Maiausflug - sowohl per Rad als auch per Pedes - an den Ufern von Enz und Neckar entlang, zwischen Bietigheim und Besigheim.
Natürlich waren ausgiebige Pausen zur Aufnahme von Gerstenkaltschalen, Eisbechern und anderen Köstlichkeiten inklusive!
Hier einige Impressionen vom wunderbar sonnigen Frühlingstag:

Singen und die Freundschaft pflegen

"Singen, Konzerte geben,Teilnahme an Chorwettbewerben. Das ist die eine Seite des Vereins Junger Chor Stuttgart, kurz JuCo genannt..."

Weitere Aspekte unseres Chorlebens stellt der Bericht der Stuttgarter Zeitung vom 16.05.2012 vor, der nach einem Interview mit unserem Chorleiter Paul Theis sowie
dem 1.Vorsitzenden Jörg Sauer veröffentlicht wurde. Der vollständige Artikel ist unter folgendem Link nachzulesen: Artikel StZ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommerkonzerte

Magnificat - The Groovy Version of Ox

„Magnificat anima mea dominum - meine Seele erhebt den Herrn“, so beginnt der
neutestamentliche Lobgesang „Magnificat“, den Maria nach der Verkündigung durch
den Erzengel Gabriel anstimmt. Aufgrund seines Themas ist das „Magnificat“ fester
Bestandteil der Adventszeit. Immer wieder haben sich Komponisten der Vertonung
des „Magnificat“ gewidmet.

Der JuCo brachte 2012 Christoph Schönherrs "Magnificat – The Groovy Version of Ox"
aus dem Jahr 2005 zur Aufführung. In seiner Komposition stehen lateinischer und eng-
lischer Text gleichberechtigt nebeneinander. Dazu Schönherr: "dies soll einerseits
deutlich machen, dass es sich hierbei um eine sehr, sehr alte Geschichte handelt, die
aber andererseits ihre Aktualität nicht verloren hat."

Bei der Aufführung des Werks, das Elemente von Rock und Jazz vereint, erhielt der
JuCo Unterstützung von der Stuttgarter Sängerin Ines Martinez.
Chorwerke zur Advents- und Weihnachtszeit sowie Leonhard Cohens "Hallelujah"
rundeten das Programm ab.

 

2011

Frühlingsmenü im Augustinum

Stuttgart, 19.Mai 2011

Der Junge Chor Stuttgart unter der Leitung von Paul Theis servierte Klanghäppchen aus der Romantik, dem französischen Impressionismus und aus Estland. 150 Zuhörer lauschten dem Frühlingskonzert des 35 Stimmen starken Chores am Mittwochabend im Augustinum Killesberg. Highlights des Konzerts waren die Chansons „Nicolette“ von Maurice Ravel und „Dieu, qui l’a fait bon regarder“ von Claude Debussy. Mit Mendelsohns „Nachtigall“ und Brahms „Erlaube mir, fein’s Mädchen“ bewies der Chor  Frühlingsklänge vom Feinsten. Melancholische Nuancen in Brahms’ „Waldesnacht“ und „In stiller Nacht“ meisterte der Junge Chor mit viel Feingefühl.

Die Kinderlieder des estnischen Komponisten Veljo Tormis ließen die Zuhörer schmunzeln. Sie handeln von schnurrenden Katzen, Ziegen auf der Weide und der Fahrt zur Tante. „Wir suchen immer wieder neue Herausforderungen, anspruchsvolle Stücke und öffnen mit ausgefallener Chormusik Horizonte“, beschreibt Chorleiter Paul Theis die Motivation des JuCos. Die Ballade „One More Life With You“ und das Crossover-Stück „Engel“ von Rammstein servierte der JuCo im Augustinum Killesberg als Dessert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienstgestaltung St. Johannes/ S-Feuersee

Felix Mendelssohn-Bartholdy - Jauchzet dem Herrn, alle Welt (Psalm 100)
Johannes de Cleve - Alleluia
Vytautas Miškinis - Cantate Domino
Spiritual - Ride the chariot
Laszlo Halmos - Jubilate Deo

Erholung ist eine Insel

Spiritual (Satz: J. Hairston) -    I can tell the world
Vytautas Miškinis - Cantate Domino
Anonymus - Alta trinita beata
László Halmos - Jubilate Deo
Veljo Tormis - 6 estnische Kinderlieder:
„Fahrt zur Tante“
„Ziege, auf der Weide“
“Die Meise“
„Die Maus fährt in den Wald“
„Katzenlied“
norweg.Traditional (Satz: G. Erikson) - Vem kan segla förutan wind

W. P.T. Mozart    Eine kleine Liftmusik
1965 – 1732    für Orgel

William Albright - An Alleluia Super-Round
Johannes de Cleve - Alleluia
Ludovica Viadana - Exultate, justi
Felix Mendelssohn Bartholdy - Die Nachtigall (op. 59,4)
Johannes Brahms    - Erlaube mir, feins Mädchen    
Robert Schumann    - Der Wassermann op.91/9 (für Frauenchor)
Rammstein (Arr.: O. Gies u. J. Bürger) - Engel
Spiritual (Satz: H.T. Burleigh) - Deep River   
Spiritual (Satz: W. H. Smith) - Ride the chariot
Carter/ Hudson - Goodnight, sweetheart
engl.Traditional - The Drunken sailor

Zum ersten Mal in seiner Chorgeschichte schnupperte der JuCo im Juni 2011 frische Nordseeluft und verbrachte vier unvergessliche Tage auf der Insel Wangerooge.

Das Erste, was wir nach der Ankunft am Fähr-Anleger im Westen der ostfriesischen Insel bemerkten, war die gemächliche und erholsame Atmosphäre auf der Insel. Weder Autoverkehr, gestresste Leute noch Hektik – dafür das beruhigende Rauschen der Nordseewellen, das Kreischen der Möwen, strahlende Sonne und eine angenehme Brise Wind. Denn allein die Tide gibt den Takt auf Wangeroge vor. So führte natürlich unser erster Erkundungsgang auch zum Strand, bei der bereits Krabben, Garnelen, Muscheln, Schnecken und eine seltsame Art des schwäbischen „Weißfiaßlers“ entdeckt wurden. Anschließend löschten wir unsere durstigen Kehlen mit friesisch-herbem Gerstensaft und anderem „geistvollem“ Gebräu an der Strandpromenade, mit Blick auf die vielen weißen Strandkörbe, eine lange Frachtschiffskolonne am Horizont und einen malerischen Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag standen weitere Inselaktivitäten auf dem Progamm: Zunächst enterten wir einen Krabbenkutter, der vorbei an Sandbänken mit vielen Seehunden schipperte. Der Käpt’n zeigte uns, wie die frisch gefangenen und im Meerwasser gekochten Krabben richtig gepult werden. Alles in allem war dies ein zwar nicht sehr üppiges, aber sehr leckeres Vesper. Danach schwangen wir uns auf unsere ausgeliehenen Drahtesel und radelten zum Dorf, was den Umsatz der dortigen Geschäfte, insbesondere in den Fisch-, Brauprodukte- und Kaffee-führenden Läden in die Höhe schnellen ließ. So gestärkt sprangen ein paar Mutige von uns in die äußerst kalten Nordseefluten, während andere es sich lieber im Strandkorb gemütlich machten und die Sonne in eine gesunde Urlaubsbräune umzusetzen versuchten. Am frühen Abend stand eine Wattwanderung mit dem sehr belesenen Herrn Petrus an, der uns die Wattbewohner, allen voran „Willi“ den Wattwurm, „Knutt“ und seine gefiederten Freunde sowie diverse Muschelarten ausgiebig erklärte und zeigte. Letztere sorgten bei unseren barfuß laufenden Wattwanderern für angeregte Durchblutung der Fußsohlen. Die anschließende kulinarische Stärkung wurde nur noch durch die wohltuende Rückenmassagen unseres musikalischen Multitalents und „Neu-Tenors“ Floh bei diversen Chordamen übertroffen, die dies mit sichtlicher Wonne genossen.

Am Donnerstag führte unser erster Weg wieder ins Dorf, um in der Fussgängerzone und an der Strandpromenade mit einigen Gesangseinlagen für unser bevorstehendes Konzert zu werben. Die am Nachmittag einsetzenden Regenschauer erwischten manchen von uns mit einer unfreiwilligen Dusche, die es nicht rechtzeitig zur JuHe-Heimkehr bzw. Teestuben-Einkehr schafften. Nach einem rasanten „Fast Food“-Abendessen radelten wir wieder ins Dorf zur Nikolaikirche, diesmal bei strahlender Sonne. Der Pastor bereitete uns und unserer sog. „Oberleuchte“ einen sehr netten Empfang. Dann füllte sich die kleine Kirche – wie von ihm vorausgesagt bis auf den letzten Platz, und wir konnten unser Konzert starten. Vor dieser Kulisse zu singen machte uns riesigen Spaß, zumal das Publikum nach jedem Stück begeistert applaudierte. Insbesondere gefielen offenbar V. Tormis’ Kinderlieder, „Engel“ von Rammstein - bei dem unser Meister Paul die Tenor-Partie nahezu alleine schmiss - und Schumanns „Wassermann“, der von unserem Frauenchor vorgetragen wurde. Doch die stärkste Resonanz bei Chor und Publikum fand das Orgelstück „Eine kleine Liftmusik“ von Mozarts unbekannten Bruder W.P.T.Mozart (Ähnlichkeiten zu den Initialen unseres Chorleiters sind rein zufällig), dessen Notensatz in einem zum Trocknen abgestellten Paar Gummistiefel auf Wangerooge aufgefunden wurde. Bereits bei dieser Anmoderation bogen sich Zuhörer und JuCo-SängerInnen gleichermaßen vor Lachen. Anschließend gab unser Maestro bei der Orgel- Interpretation dieses Stücks seinem Affen so richtig Zucker. Das Publikum dankte uns allen mit langem Applaus, welcher noch zwei Zugaben einforderte, spendete trotz freiem Eintritt großzügig und verteilte außerdem viel verbales Lob nach dem Auftritt -  wir fühlten uns wie im Traum! Die Hochstimmung wurde dann noch bei einer Runde Küstennebel verlängert, bevor uns unsere Fahrradfunzeln wieder den Weg zur JuHe zurückleuchteten.

Der letzte Tag auf Wangerooge wurde noch einmal für ausgiebige Strandspaziergänge, Baden in der Nordsee, Erkundungen der Ostdünen sowie die kulinarischen Köstlichkeiten der Insel genutzt: von Backfisch über Ostfriesenpunsch und üppige Torten des Cafe Pudding war für jeden was dabei. Auch wurde der zur JuHe gehörende Westturm, der neben den Leuchttürmen ein Wahrzeichen der Insel ist, von uns erklommen, um die gute Aussicht von oben zu genießen. Am Abend fanden wir uns alle wieder zur großen Runde im Westturmcafé ein, um die Reise beim gemeinsamen Schnacken, Blödeln und Getränke-Vernichten abzuschließen. Dabei stimmten wir zum Abschied noch einmal in ein kurzerhand von Jutta, Nicole und Tilman gedichtetes Ständchen für unsere Orga-Fee Anne ein: „Auf nach Wangerooge, der Anne hinterher! Es war `ne sehr schöne Reise, wir danken ihr sehr!“.

/AK

 

Weihnachtskonzert: "O Magnum Mysterium"

Am 18. Dezember bot der Junge Chor Stuttgart e.V. zum Abschluss des Jahres 2011 ein reines A-Capella-Weihnachtsprogramm, bei die Stücke mit dem Titel "O Magnum Mysterium" aus verschiedenen musikalischen Epochen im Mittelpunkt standen.

 

Programm "O Magnum Mysterium":

Andreas Hammerschmidt
Machet die Tore weit

Günter Raphael
Maria durch ein Dornwald ging

Johannes Eccard         
Übers Gebirg Maria geht

Giovanni Gabrieli         
O magnum mysterium

Johannes Brahms               
Es ist das Heil uns kommen her

Orgel: Eugéne Gigout         
Rhapsodie über Weihnachtslieder

Francis Poulenc    
Aus: Quatre Motes pour le temps de Noel
O magnum mysterium        
Quem vidistis pastores dicite    
Hodie Christus natus est

Olivier Messiaen          
O sacrum convivium

Orgel : Max Reger    
Weihnachten op. 145, 3    

Max Reger    
Schlaf wohl, du Himmelsknabe        

Morten Lauridsen    
O magnum mysterium (1994)    

Traditionals:
Go tell it on the Mountain
It´s a birthday

 

2010

Liebe, Lust und Lampenfieber

Riedenberg: Der Junge Chor Stuttgart gastiert mit einem Frühlingskonzert im Augustinum. Von Martin Bernklau



Der Junge Chor wirkt wirklich jung. Auch am Äußeren soll man das sehen. Ganz leger, im dunkelblauen T-Shirt mit Logo und in blauen Jeans, trat das Ensemble, kurz JuCo genannt, am Mittwoch vor das Publikum im Stiftstheater des Riedenberger Augustinums.

Singen soll vor allem Spaß machen, meint Paul Theis, der Dirigent. Und deshalb scherzt er auch gern als Moderator und kokettiert mit Lampenfieber und vorgeblicher Unsicherheit beim Chor. Die gibt es auch, aber nur bei gewissen Feinheiten. Er scherzt auch über einen gewissen Hang zum frommen Liedgut, zur geistlichen Musik. Das wäre nicht verwunderlich, kommt der Leiter doch aus der Kirchenmusik. Aber allzu viel ist nicht davon zu hören an diesem Abend, dem der Titel "Von Liebe, Lust und Leid" beigegeben ist. Ein Frühlingskonzert also.

Es beginnt früh, im 16. Jahrhundert, mit der frühlingsfrischen Ballade "Now is the month of maying" von Thomas Morley, sehr sprachbetont und temperamentvoll gesungen. Weil aber beim letzten Augustinums-Konzert vor drei Jahren angeblich zu viel Englisch gesungen worden sei, lässt es der Chor dabei bewenden und wechselt - ins Italienische. Ähnlich schwer zu singen und aus der gleichen Epoche: Claudio Monteverdis "Cor mio, mentre vi miro".

Die großen Stärken des Chors liegen im Rhythmischen, bei der ausdrucksstarken Sprachbetonung und exakten Abstimmung. Darüberhinaus aber sind die 30 Sängerinnen und Sänger in der Lage, ein Pianissimo klingen zu lassen, wie man es bei einem Laienchor nicht oft zu hören bekommt: hauchzart, wundersam fein. Ein wenig arbeiten könnte das Ensemble noch stimmbildnerisch. Aus einem eigentlich einfachen Grund wird bei A-cappella-Stücken wie dem Monteverdi-Madrigal die Intonation manchmal etwas uneinheitlich: Es fehlt die Stütze, wie das bei Sängern heißt, die Anspannung der Bauchmuskulatur, mit der die Tonhöhe genauer gehalten und der Atem präzise dosiert werden kann.

Bei den witzig, pfiffig, originell und anspruchsvoll arrangierten Volksliedern von der tatsächlich klappernden Mühle über den Jäger bis zum "Drunken Sailor" gab es da kaum ein Defizit. Eher schon wieder bei dem Block mit Liedern des 200-Jahre-Jubilars Robert Schumann. Denn da mussten auch noch die Partien eines Solistenquartetts justiert werden. Großen romantischen Ausdruck aber hatten die Lieder schon, ob es der gespenstische "Wassermann" für Frauenstimmen war oder der kunstvoll-schwungvolle Gassenhauer "Zigeunerleben".

Sehr bunt auch der zweite, tendenziell modernere Teil, der mit dem frommen "Cantate Domino" des Litauers Vytautas Miskinis begann. Für Henry Mancinis "Moon River", den Song Audrey Hepburns zum Tiffany-Frühstück, setzte sich Paul Theis ebenso an den Flügel wie zu dem ungerade fünfertaktig swingenden "Take five", das David Brubecks Freund Paul Desmond eingefallen ist. Der virtuosen und textlosen Gesangs-Fassung von Mozarts Kleiner Nachtmusik fehlte allenfalls wieder die letzte Akkuratesse in den Tonhöhen. Ein musikalischer Spaß.

Auch diesen Ausdruck von frühlingshafter Lebenslust nahm das Publikum mit großem Applaus auf. Genauso wie den Drive von Duke Ellingtons "It don"t mean a thing", bei dem der Dirigent ein kehliges-kerniges Bass-Solo unterlegte. Und auch zur Zugabe "I got..." hieß es ganz klar: Rhythm is it! Doch wieder Englisch halt.

Aus: Stuttgarter Zeitung vom 26.3.2010; LINK

Der Juco unterwegs - Die Hauptstadt ruft!

 

Im Mai 2010 folgte der Juco einer Einladung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche nach Berlin zur Aufführung einer Chorvesper.
Alle Sänger schauten noch ziemlich müde drein, als das Flugzeug am Himmelfahrtstag kurz nach halb sieben abhob. Doch bevor das Konzert auf dem Plan stand, war zunächst eine ausgiebige Erkundung der quirligen Bundeshauptstadt angesagt. Die meisten zog es entweder Richtung "Zoo" bzw. Kudamm, oder zu den vielen Sehenswürdigkeiten zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor. Abends folgte außerdem eine Entdeckungstour durch die verbliebenen Bunker der Berliner Unterwelten. So gab es schließlich beim gemütlichen Zusammensitzen abends in einer Kneipe am Spreeufer einiges zu berichten und zu erzählen. Am bemerkenswertesten war jedoch für unseren Organisten und "Neu-Jucorianer" Florian das plötzliche Auftauchen von seinen Eltern, Geschwistern und seiner Freundin, die ihn noch am Morgen am Stuttgarter Flughafen verabschiedet hatten; sie wollten sich offenbar sein bevorstehendes Orgelspiel in der KWG nicht entgehen lassen! Der Abend wurde noch lang, denn nach dem Kneipenbesuch wurden noch diverse Absacker am Hackeschen Markt und in Kreuzberg zu sich genommen und somit den feiernden Männergruppen am "Herrentag" ordentlich Konkurrenz gemacht!

Tags drauf am Freitag war nochmals ausgiebiges Seightseeing angesagt. Es gab wohl kaum einen Winkel in Berlin und Potsdam, den der Juco an diesem Tag nicht unsicher gemacht hat. So wurde eine Wannseefahrt unternommen, Potsdams City besichtigt, der Reichstag zu später Abendstunde erkundet... und außerdem Berlins "Kieze" erforscht, z.B. in Wedding und Prenzlauer Berg. Klar, dass die müden Füße auch an diesem Tag wieder in gemütlicher Runde ausgeruht und die hungrigen Mägen mit den Köstlichkeiten der deftigen Berliner Küche aufgefüllt werden mussten!

Am Samstag begannen dann die Vorbereitungen für den Auftritt in der KWG mit einer kurzen Probe und anschließender - möglichst entspannender - Freizeit. Die Stadt füllte sich bereits mit rot und grün gekleideten, erwartungsfroh johlenden Fußballfan-Scharen, denn heute abend sollte auch das Pokal-Endspiel zwischen München und Bremen steigen. Dies bot einen deutlichen Kontrast zur besinnlichen Konzertstimmung, die wir bei unseren Zuhörern verbreiten wollten. Die Spannung kurz vor unserem Auftritt war für alle spürbar, als Chorleiter Paul Theis noch einmal die wichtigsten Einsätze durchsprach und uns zugleich daran erinnerte, dieses Konzert auch bestmöglich zu genießen. Gesagt, getan! Florian eröffnete die Aufführung, als er auf dem gewaltigen Orgel-Instrument den "Grand Choer" von T. Salome zum Besten gab. Die Akustik der KWG und das im weiteren Verlauf des Konzerts geforderte exakte Zusammenspiel zwischen Orgel und Chor stellte sich als besonders schwierig heraus. Das Publikum verfolgte gebannt unseren Gesang, sei es beim festlichen "King of all ages", der lyrischen Motette "Just as I am", dem eindringlichen "God so loved the World" oder bei Max Regers geruhsamem "Nachtlied": man konnte die feierliche Atmosphäre im Kirchenraum förmlich fühlen! Mit den lieblichen Klängen des "All things bright and beautiful" und einem swingenden "Cantate Domino" beendeten wir dieses Konzert. Dass es nicht nur für uns, sondern auch für unsere Zuhörer gleichermaßen beeindruckend war, spiegelte der herzliche Applaus wider. Der Pfarrer fand außerdem sehr nette Dankesworte und verabschiedete uns mit einem "Auf Wiedersehen und Wiederhören!". Wenn's nach uns geht - sehr gerne!

Sonntags war kein langes Ausschlafen angesagt, sondern - was liegt näher bei einem Chor? - SINGEN! Die evangelische Kirche in Zehlendorf wartete auf uns, wo wir den Gottesdienst mitgestalten wollten. Das Wetter war erstmals recht freundlich - die drei Tage zuvor waren sehr kühl und feucht gewesen - doch nun schien die Sonne zaghaft hervor. Nach dem Gottesdienst in der idyllisch im Grünen gelegenen "Kirche zur Heimat" konnten wir im anschließenden Matineekonzert noch zur Abwechslung einige weltliche Werke zu Besten geben. Paul Theis moderierte die Stücke gewohnt nonchalant und humorvoll an, und wir swingten nach Kräften zu "It don't mean a thing" und Mozarts "Kleiner Nachtmusik". Bei den beiden Volksliedern imitierten wir das Klappern der "Mühle am rauschenden Bach" und jagten mit dem "Jäger längs dem Weiher" munter die Töne um die Wette. Auch durfte weder das melancholische Abschiedslied "Vem kann segla" fehlen noch ein romantisches Stück von R. Schumann in seinem Jubiläums-Jahr: "John Anderson". Den Schlusspunkt bildete wieder ein beschwingtes Werk: "I got rhythm" von G. Gershwin. Mit besagtem Rhythmus und Schwung im Blut, vielen tollen Eindrücken und bei - endlich! - strahlendem Sonnenschein kehrten wir glücklich, aber doch ziemlich geschafft, wieder zurück ins Ländle.

/AK

Konzertreise ins Ruhrgebiet

Essen-Werden. Mozarts Rätsel und die Kirche als Taverne.
Die Nacht ist zum Musizieren da. Das bewies ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Musikern aus Nah und Fern bei der 12. Werdener Orgelnacht. Die evangelische Kirche an der Heckstraße konnte dazu rund 250 Besucher begrüßen.

Den Auftakt der fünfstündigen Musiknacht machte das Trio Orfello mit Wiener Klassik. Haydns Trio F-Dur, präsentiert von Ayako Kurokawa an der Querflöte, Violoncellistin Yoko Uenomato und Yoko Seidel am Piano versetzte die Gäste in romantische Stimmung.

Als Vorstand des Fördervereins ergriff dann Ulrich Unger das Wort. „Es freut mich, dass Sie den Klang von Orgelpfeifen und vielen anderen Instrumenten nach den Vuvuzelas am Nachmittag zu schätzen wissen“, wandte er sich an ein Publikum, das soeben die Niederlage des deutschen WM-Kaders gegen Serbien erlebt hatte, und setzte hinzu: „Im Gegensatz zum Fußballspiel gibt es beim Musikgenuss nur Gewinner.“ Dann zitierte Unger eine Passage aus Homers Odyssee. „Es gibt keine lieblichere Erfüllung, als wenn Frohsinn im ganzen Saal herrscht.“ Und er sollte Recht behalten. Die „BachStreicher“ präsentierten eine funkelnde Kleine Nachtmusik.

Sie bildete den Rahmen des gesamten Konzerts, bei dem der Junge Chor Stuttgart unter Leitung von Paul Theis zum Finale um Mitternacht Mozarts Nachtmusik-Motiv noch einmal aufnahm. Dazwischen lagen Meilen hörenswerter akustischer Welten, darunter ein Potpourri aus Abendliedern, die die 1967 gegründete Chorgemeinschaft aus der badenwürttembergischen Landeshauptstadt mitgebracht hatte.

Zu Petr Ebens Variationen über vier Glasmosaikfenster Chagalls in Jerusalem, die Yoko Seidel an Walcker-Orgel und Piano, Yoshiko Oizumi (Trompete) und Bariton Christian Palm zu einem ergreifenden Schwingen im Kirchenraum brachten, wurden Fotos der Fenster auf eine Leinwand projiziert. Als Christian Palm dann Robert Schumanns Mondnacht anstimmte, wurde es still.

Ganz anders bei den vier Stücken von Tango-Nuevo-König Astor Piazzolla, die das Duo Passio alias Barbara Nussbaum (Piano) und Christine Hoock am Kontrabass für die argentinisch-Werdener Sternennacht im Gepäck hatten. Und Hans Winking schenkte den Hörern seine in jahrelanger Moderationsarbeit bei WDR 5 erworbene Eloquenz. Zu Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ merkte er an, Nachtmusiken seien früher mit Bläsern besetzt gewesen, zudem habe keine dieser Serenaden mehr als vier Sätze gehabt. „So bleibt uns denn Mozarts Stück letztlich ein Rätsel. Bis heute weiß man nicht, wozu er es geschrieben hat.“ Dann rezitierte Winking aus dem Poem „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“, das nächtlichen Flaneuren den Besuch von Tavernen empfiehlt, um die belebende Wirkung der Dunkelheit zu erfahren. „Unsere Taverne aber, das ist eine Kirche, in der sogar Liebeslieder gesungen werden dürfen.“

Von Beatrix Stan, aus: der Westen, 21.06.2010.

Stunde der Kirchenmusik - Abendlob in Esslingen

Am 26.Juni trat der Junge Chor Stuttgart e.V. erstmals bei der Konzertreihe "Stunde der Kirchenmusik" in Esslingen auf.

Programmablauf:

György Orban:
Cor Mundum

William Smith:
Herr, öffne meine Lippen

John Randall:
Singet dem Herrn ein neues Lied

Laszlo Halmos:
Jubilate Deo

Bob Chilcott:
Just as I am

Bernhard Blitsch:
Dein Wort ist Licht und Wahrheit

John Stainer:
God so loved the World

Charles Wood:
My soul doth magnify the Lord

Irenäus Totzke:
Vater Unser

Charles V. Stanford:
Lord, now lettest thou

Max Reger:
Die Nacht ist kommen

Vytautas Miškinis: Cantate Domino

Mozarts Seelenmesse

Der Junge Chor Stuttgart e.V. führte am 7.11.2010 gemeinsam mit dem CoroNuovo aus Köngen und dem Orchesterensemble Capella Grinaria Wolfgang Amadeus Mozarts letztes und ergreifendstes Werk, sein bekanntes Requiem KV626, in der Stuttgarter Johanneskirche am Feuersee auf.  Das Konzert folgte einer ungewöhnlichen Programmzusammenstellung, bei der Mozarts vielschichtige Komposition von zwei zeitgenössischen Stücken eingerahmt wurde.

Die tröstende Intention der Seelenmesse wurde zunächst durch das einleitende zeitgenössische A-Capella-Werk "Immortal Bach" von Knut Nystedt betont.
Diese Collage des Bach-Chorals "Komm süßer Tod" versinnbildlichte zudem den Einfluss Bachs auf das Schaffen Mozarts.

In den Anfangssätzen des Requiems überzeugte der Chor besonders mit sauber herausgearbeiteten Fugen-Partien. Gleichermaßen wurde die emotionale Intensität des Werkes von den Sängern und Instrumentalisten sensibel umgesetzt. So war das stürmische Forte des Chores im "Dies irae" ebenso beeindruckend wie der kraftvolle Männerchor, der im "Confutatis" die lodernden Feuerszungen der Unterwelt illustrierte. Im Kontrast hierzu erklang das schmeichelnde Bitten der Frauenstimmen ("Voca me") sowie anschließend das schwermütige "Lacrymosa". Schließlich versprühten die dynamischen "Quam olim Abrahae"-Fugen und das pompöse "Sanctus" wiederum Hoffnung und Zuversicht.

Die Solisten Gundula Peyerl (Sopran), Adelheid Krohn-Grimberghe (Alt), Stephan Frieß (Tenor) und Thomas Hamberger (Bass) gefielen mit ihrem einfühlsamem Vortrag, beweglich begleitet vom Ensemble der Capella Grinaria. Das lyrisch vorgetragene "Benedictus" des Solistenquartetts setzte außerdem trostreiche Akzente zwischen die von Verzweiflung und Furcht vor dem Jüngsten Gericht geprägten Chorsätze.

Einen versöhnlichen Ausblick gab zum Konzertabschluss auch die Aufführung eines weiteren Werks Knut Nystedts, dessen Motette "Peace I leave with you" in einem beruhigenden und erlösenden Schlussakkord endete.

Dirigent Paul Theis gelang es in diesem Konzert die intensive Ausdruckskraft der Musik in ihrer enormen Bandbreite zu transportieren und somit ein beseeltes Klangerlebnis zu gestalten. Dies bezeugte der abschließende dankbare Applaus der Zuhörer.

/AK

 

2009

Preisträger - zum Ersten: Auszeichnung für die neue Juco-Akustikwand!

Seit Ende letzten Jahres leistet unsere Akustikwand gute Dienste bei den Konzerten in der Johanneskirche. Nun wurde sie sogar mit einer Auszeichnung beim „Deutschen Holzbaupreis 2009“ geehrt!
Der Preis wird nur alle zwei Jahre für gelungene Holzbauprojekte verliehen. Das Akustikwandprojekt überzeugte die Jury durch sein Design sowie Funktionalität und Modularität.

Auf dem Bild sind die Einzelelemente vor dem Aufbau anlässlich des "Premierenkonzerts" zu sehen, als die Wand erstmalig bei der Aufführung der Marienvesper von Monteverdi zum Einsatz kam.

Weitere Details zum Projekt können Sie hier nachlesen.

Einladung zur Mainau Melodie

In den Frühlingsmonaten 2009 begleiteten wir drei JuCo-Mitglieder musikalisch auf ihrem Weg in den Hafen der Ehe.

Im Sommer lag ein Schwerpunkt wieder mal stärker in der weltlichen Musik, wir sangen im Juli auf der Insel Mainau bei der Mainau Melodie. Dort traten wir bei strahlendem Sonnenschein in der Gruppe "Musik für Jung und Alt" auf.

Carl Orff - Carmina Burana



Der Junge Chor Stuttgart führte im Schloss Köngen zusammen mit den Kirchenchören der kath. Kirchengemeinde Köngen-Unterensingen sowie seinem Kinderchor vor einem begeisterten Publikum die Carmina Burana von Carl Orff auf.

Preisträger - zum Zweiten: JuCo wird Zweiter beim Landes-Chorwettbewerb!



In 20 Minuten restlos überzeugt – der Juco hat mit einem vielseitigen Programm und großem Enthusiasmus einen ausgezeichneten 2. Platz beim Landes-Chorwettbewerb belegt. Die Jury vergab für die Leistung 22,4 von 25 Punkten und attestierte dem Chor einen „sehr guten“ Vortrag. Noch 0,6 Pünktchen mehr, und wir hätten ein „hervorragend“ bekommen – unser Ziel für das nächste Mal.

35 Sängerinnen und Sänger waren angetreten, um mit Werken von Brahms, Schein, Reger, Orban und einem originellen Volksliedarrangement das breite stilistische Spektrum des Juco unter Beweis zu stellen – und die große Begeisterung, mit der wir uns dem Singen widmen. Da klapperte energisch die Mühle, das Nachtlied wurde gefühlvoll intoniert und im Barcarolen-Rhythmus wurde von versunkenen Städten gesungen.

„Die anderen sind die Profis, wir die Gesichter“, so hat uns unser Chorleiter auf den Auftritt eingestimmt. Dass wir auch gegen semi-professionelle Chöre bestehen können, haben wir in diesem Wettbewerb bewiesen. Die Freude am Singen war uns wohl tatsächlich anzusehen. Wir freuen uns jedenfalls sehr über diesen tollen Erfolg! Der zweite Platz in der „Königsklasse“ Gemischte Chöre bis 40 Mitwirkende bestätigt die hervorragende Arbeit von Paul Theis. Ihm danken wir besonders für seine Energie und Leidenschaft, mit der er entscheidend diesem tollen Ergebnis beigetragen hat.

Programm Landes-Chorwettbewerb:
Vineta – Johannes Brahms
Die mit Tränen säen – Johann Hermann Schein
Nachtlied – Max Reger
Cor mundum – György Orbán
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach – Ralph Hoffmann

Bettina Waldschmidt

Art Parade 2009

Zum ersten Mal fand die Art Parade Stuttgart statt, die sich vom Künstlerhaus im Stuttgarter Westen auf einem langen Weg durch die Stadt bis zum Rathausplatz schlängelte. Die Parade hatte das Ziel die Wichtigkeit der Kultur in allen ihren Ausprägungen darzustellen, vor allem vor dem Hintergrund angekündigter Sparmaßnahmen bei den Kultur-Fördergeldern der Stadt. Vertreter der städtischen Theater, Musiker aller Stilrichtungen und Bildende Künstler waren dabei, und natürlich war auch eine Delegation des Jungen Chores Stuttgart mit den weiss-gelben Ballons vertreten.



Swinging Christmas mit Pepper & Salt

Vytautas Miskinis *1954 - "Cantate Domino"
Max Reger 1873 - 1916 - "Macht hoch die Tür" aus: 12 deutsche Gesänge
Thomas Gabriel *1957 - "Conditor alme siderum", Text: Hymnus 10. Jhdt

Traditional, Arr.:King’s Singers/K. Rother - "Morgen, Kinder, wird's was geben"
M.Warren/H.Hill, Arr.:K.Rother - "Who Would Imagine a King?"
Ariel Ramirez, Arr.:K.Rother - "La Peregrinación"
J.Lennon/Y.Ono, Arr.:C.Caravanao,/K.Rother - "Happy X-Mas"
Arr.:O. Gies - American Christmas Medley

John Rutter *1945 - The very best time of year: "Shepherd´s pipe carol", "Star carol"
Thomas Gabriel - "Adeste fideles"
Traditional, Arr.: L.Kasten - "O du fröhliche"
Traditional, Arr.: Florian Rühle - "Go tell it"
Thomas Gabriel - "Silent night"
Zugabe: "It’s a birthday"

Pepper & Salt: Klaus Rother, Jeschi Paul, Stephan Boehme, Annette Kienzle-Ehrlich, Robert Kast

Am vierten Advent hat der Junge Chor Stuttgart e.V. (Juco) seine Zuhörer in eine beschwingte weihnachtliche Stimmung versetzt, mit traditionellen Weihnachtsliedern im Pop- und Swing-Rhythmus. Gemeinsam mit dem bekannten A-Capella-Quintett „Pepper&Salt“ wurde ein vielseitiges Programm geboten. Dies begann der Juco unter der Leitung von Paul Theis schwungvoll mit „Cantate Domino“ von Vytautas Miskinis, bevor es zunächst besinnlich wurde mit „Macht hoch die Tür“ im fünfstimmigen Satz von Max Reger und dem Hymnus „Conditor alme siderum“.

Den nächsten Programmabschnitt übernahmen Pepper&Salt, die Ausschnitte aus ihrem Programm „Wovon ich singen und sagen will“ präsentierten. Swingend und einfühlsam sangen sie traditionelle Weihnachtslieder auf Deutsch und Schwäbisch sowie „La Peregrinacion“ von Ariel Ramirez und ein Medley von amerikanischen Weihnachtsklassikern. Zwischen den musikalischen Darbietungen wurden immer wieder amüsante und nachdenklich Gedichte und Geschichten vorgetragen. Gleich drei Werke von John Rutter bildeten den nächsten Programmblock. „The very best time of year“, „Shepherd’s pipe carol“ und „Star carol” wurden vom Juco stimmungsvoll intoniert. Das große Finale gestalteten der Chor und Pepper&Salt dann gemeinsam. Zunächst mit dem swingenden und gleichzeitig berührenden Stück „Adeste fideles“ von Thomas Gabriel, gefolgt von „Go tell it“ in einem pfiffigen Arrangement von Chormitglied Florian Rühle und abschließend mit dem Weihnachtslied überhaupt: „Silent night“ in einer Version von Thomas Gabriel. Ein wunderschöner Abschluss eines gelungen Konzertes, das für die Zuhörer eine perfekte Einstimmung in die Weihnachtswoche war.

Bettina Waldschmidt


 

2008

Abendlob am Pfingstsonntag zur "Nacht der offenen Kirchen"

Orgelvorspiel
Gemeindegesang: Tut mir auf die schöne Pforte (Einzug des Chores)
Eröffnung: William Smith 1603 - 1645 - "Herr, öffne meine Lippen"
Hymnus: Enjott Schneider *1950 - "Komm, heiliger Geist"

Gemeindegesang: Psalm 98
1. Psalm: Psalm 98 - "Singet dem Herr ein neues Lied"
2. Psalm: Laszlo Halmos *1909 - "Jubilate Deo"
Motette: Bob Chilcott *1955 - "Just as I am"
Lesung Apg 2,1-4
Gebet - Stilles Gebet
Antwortgesang: Bernhard Blitsch *1965 - "Dein Wort ist Licht und Wahrheit"
Lesung
Antiphon: John Stainer 1840-1901 - "God so loved the world"
Orgelmeditation
Magnificat: Charles Wood 1866 -1926 - "My soul doth magnify the Lord"
Fürbitten mit 178.12
Vater unser: Irenaus Totzke *1932 "Vater unser"
Stille
Lobgesang: Charles V. Stanford 1852 -1924 - "Lord, now lettest thou"
Lesung
Gemeindegesang Der Abend kommt
Nachtlied: Gabriel Rheinberger 1839 - 1901 - "Bleib bei uns", op. 63,3
Segen
John Rutter: All things bright and beautiful

Junger Chor Stuttgart e.V.
Orgel: Georg Ammon
Leitung: Paul Theis

Der Juco zu Gast in Weimar, Zeitz und Gera

Programm

Thord Gummesson *1930 - "Singing all together"
John Dowland 1562 - 1625 - Come again
Sir Edward Elgar 1857 -1934 - From the Bavarian Highlands op.27:
The Dance, False Love
Felix Mendelssohn Bartholdy 1809 - 1847 - Geistliches Lied für Alt-Solo, Chor und Klavier
Johannes Brahms 1833 - 1897 - Zigeunerlieder op. 103:
"Hochgetürmte Rimaflut", "Lieber Gott, du weißt", "Röslein dreie"
Gunter Erdmann 1939 - 1996 - Wenn der Topp, Heißa, Kathreinerle

Pause

Kendis/Brockman - I know what it means to be lonesome
Hugo Alven - Zum Tanze da geht ein Mädel
Gunnar Erikson - Vem kan segla
Jean Bouvard - Berceuse polonaise
Robert Sund - The drunken sailor
Gwyn Arch - 3 Spirituals:
Swing low, sweet chariot; Go down, Moses; When the saints go marching in
Paul Hindemith 1895 - 1963 - Verger
Paul Desmond 1924 -1977 - Take Five
Irving Berlin/K. Shaw 1888 - 1989 - Alexander's Ragtimeband
Duke Ellington 1899 - 1974 - It don't mean a thing


Abendlob / Evensong Dom zu Zeitz am 06.09.2008

Einzug: Louis Lefebure-Wely 1817 - 1869 - Marche (Orgel)
Eröffnung: William Smith 1603 - 1645 - "Herr, öffne meine Lippen"
Hymnus: Enjott Schneider *1950 - "Komm, heiliger Geist"
1.Psalm: Psalm 98 - "Singet dem Herr ein neues Lied"
2.Psalm: Laszl6 Halmos *1909 - "Jubilate Deo"
Motette: Bob Chilcott *1955 - "Just as I am"

Lesung

Antwortgesang: Bernhard Blitsch *1965 - "Dein Wort ist Licht und Wahrheit"
Antiphon: John Stainer 1840-1901 - "God so loved the world" aus dem Oratorium "Crucifixion"
Magnificat: Charles Wood 1866 -1926 - "My soul doth magnify the Lord"
Vater Unser: Irenäus Totzke *1932 - "Vater unser"
Lobgesang: Charles V. Stanford 1852 - 1924 - "Lord, now lettest thou"
Nachtlied: Gabriel Rheinberger 1839 - 1901 - "Bleib bei uns" op.63,3

Segen

John Rutter *1945 - "All things bright and beautiful"




Wo Goethe nackt in der Ilm badete, Liszt wider allen gesellschaftlichen Vorbehalten zur Fürstin Sayn-Wittgenstein hielt und Gropius mit seinem Bauhaus vertrieben wurde, da startete der Juco seine Chorreise 2008 – in Weimar.

Thüringer, Köstritzer, Seebacher

Mit hilfreichen Tipps von Carmen im Ohr erkundeten wir die Stadt zunächst auf eigene Faust, erste Anlaufstation war der Stand mit der besten Thüringer der Stadt. Abends probten wir in der JuHe für das Konzert am nächsten Tag und danach ging es auf Kneipentour durch die Stadt. Es folgte eine Einführung in das flüssige Kulturgut der Gegend mit Ehringsdorfer und Köstritzer Brauprodukten.

Die Stadtführung am nächsten Vormittag führte vorbei am Goethehaus, dem Schloss, der Anna-Amalia-Bibliothek, der Herderkirche, dem Bauhaus und natürlich dem Goethe-Schiller-Denkmal. Die beiden Geehrten verblassten hinter Ralf und Paul allerdings völlig. Auf dem Marktplatz und in der Herderkirche nutzten wir die Gelegenheit, mit einigen Gesangseinlagen für unser Konzert am Nachmittag im Seebach-Stift zu werben.

Dann kam endlich der eigentliche Grund unserer Reise – das Konzertieren. Der Seebach-Stift ist ein Seniorenheim für ehemalige Künstler – wir hatten also ein fachkundiges Publikum. Nachdem einige Stücke bei der Generalprobe noch etwas wacklig klangen, lief es im Konzert wunderbar. Wie wir von unserer Undercover-Zuhörerin Carmen erfuhren, haben wir die anfangs skeptische Zuhörerschaft („Junger Chor, ach ich weiß nicht, die haben immer so schrille Stimmen.“) restlos überzeugt („Ja, die sind guuut. Der Chor ist gut.“). Das Konzert stand unter dem Motto „Querbeet“, d.h. wir sangen uns in 90 Minuten durch die Musikgeschichte. Angefangen mit einem Madrigal aus dem 16. Jahrhundert, über die Romantik, einigen Volksliedern bis zu Spirituals und Swing zeigte der Chor sein breites Spektrum. Besonders in Erinnerung bleibt dem Publikum bestimmt Mendelsohns „Geistliches Lied“, dessen Alt-Solo Anke einfühlsam intonierte.

Nach dem Konzert fuhren wir nach Tiefurt, um in der schönen Gaststätte „Alte Remise“ lecker zu essen. Der Weg dorthin führte allerdings über eine Brücke, die für unseren Reisebus zu schwach war. Busfahrer Detlef wendete jedoch mit ostwestfälischer Gelassenheit auf engstem Raum und fand einen sicheren Weg ans Ziel. Sowohl seine Coolness als auch die Wendemanöver waren während der Reise noch öfters gefragt.

Es regnet, es regnet nicht, … - auf nach Lääpztsch!

Ursprünglich wollte ein Teil des Chores am nächsten Tag eine Radtour entlang der Saale machen. Das Wetter war allerdings so unbeständig, dass diese kurzerhand abgesagt wurde und alle gemeinsam nach Leipzig fuhren. Während die Jüngsten (Toni, Katrin und Franzi) sich schwer seufzend ihrem Schicksal ergaben („Jetzt muss ich schon wieder Häuser angucken!“) erkundeten die meisten von uns gespannt die Stadt mit den vielen Passagen, den beiden bedeutenden Kirchen, der Nikolai- und der Thomas-Kirche, und den engen Straßen mit den schön renovierten Häusern. Katrin verschaffte ihrer Langeweile Abhilfe – das Kind fiel buchstäblich in den Brunnen, was einen Spontaneinkauf bei Karstadt zur Folge hatte. Ziemlich platt trafen wir uns nach 5 Stunden – bei herrlichem Sonnenschein – wieder und fuhren nach Kretzschau in die Jugendherberge. Dort war Ostalgie-Flair pur angesagt! Vor allem Anke und Uli freuten sich über das Geschirr ihrer Kindheit und die Utensilien aus „Plaste“. Schon recht müde probten wir abends unser geistliches Programm, das wir am nächsten Tag im Dom zu Zeitz aufführten.

Abendlob im Dom zu Zeitz


Für Jasmin, Uli K., Klaus und Anke begann der nächste Tag mit einem kühnen Sprung in den nahegelegenen See, für alle anderen höchstens mit einer Dusche. Nachdem wir unseren Chorleiter Paul in Zeitz abgeladen hatten, damit er in aller Ruhe alle Register für das abendliche Konzert ziehen konnte, ließen wir uns von Detlef nach Naumburg chauffieren. Dort machten wir eine Stadtführung und anschließend eine Führung durch den romanisch-gotischen Dom. Wieder einmal eine gute Gelegenheit das Chorbuch zu zücken und eine Einlage zu geben, diesmal dirigiert von Maria. Eine gute Vorbereitung für das Konzert am Abend im Zeitzer Dom. Wir gestalteten ein Abendlob, eine Gottesdienstform, die sich an der Liturgie der anglikanischen Kirche orientiert. Im Wechsel mit Lesung und Fürbitten und eingerahmt von Orgelwerken, die Paul kunstvoll darbot, trugen wir englische und deutsche Psalmvertonungen vor. Dazu gehörten u.a. wunderbare Kompositionen von Chilcott, Rutter, Totzke und Stanford. Thomas gab hierbei sein Tenor-Solo zum Besten und Maria begleitete uns gekonnt bei einigen Stücken auf der Orgel und stellte so ihr besonderes Musiktalent unter Beweis. Es war für uns alle ein unvergessliches Erlebnis, in der prächtigen Kirche vor zahlreichem Publikum zu singen – ein wirklich tolles Konzert.

Anschließend wurden wir von unseren Gastgebern zum Abendessen eingeladen. Bei Würstchen und Kartoffelsalat ließen wir das Konzert Revue passieren, tauschten uns mit den Zeitzer Sangeskollegen aus und sangen noch einige Stücke gemeinsam aus dem Chorbuch.

Gera

Die letzte Station auf unserer Reise war Gera, wo wir einen Gottesdienst der katholischen Gemeinde mitgestalteten. Auch hier wurden wir herzlich willkommen geheißen, feierten das 25-jährige Dienstjubiläum des Kirchenmusikers mit und wurden lecker bekocht.

Dann ging es wieder zurück nach Stuttgart. Was bleibt von der Reise? Schöne Erinnerungen an tolle Konzerte, nette Begegnungen, reizende Städte und am Ende auch die Aufklärung einiger Mysterien der Stadtführungen. Wo waren die Bischöfe, in [raims]? Achso, in Reims!

Bettina Waldschmidt

Monteverdis Marienvesper



Die „Vesperae Beatae Mariae Virginis" von Monteverdi ist für viele einer der aufregendsten Kompositionen der Musikgeschichte. Und für Laienchöre wie den Jungen Chor Stuttgart und den CoroNuovo Köngen ein spannendes Projekt. Gemeinsam wurde Monteverdis opus magnum von 1610 am 4. Adventwochenende in Köngen sowie in der Johanneskirche am Feuersee in Stuttgart aufgeführt. Kraftvoll war der Beginn in der Toccata  „Deus in adjutorium“, die Monteverdi auch an den Beginn seiner Oper L’Orfeo setzte. Den beeindruckenden Variantenreichtum Monteverdis haben die Sänger und Instrumentalisten äußerst dynamisch vorgetragen. Liebliche Phrasen wechselten mit temporeichen doppelchörigen Passagen, die durch Crescendi und Decrescendi lebendig interpretiert wurden.

Unterstützt wurden die Chöre von fünf Solisten. Einfühlsam trugen Rüdiger Linn, Holger Speck (Tenor) und Thomas Hamberger (Bass) das Duo Seraphim vor. Die Sopran-Soli wurden von Gundula Peyerl und Christine Oswald stilsicher gesungen. Chorleiter Paul Theis baute einen packenden Spannungsbogen über das Stück. Die Instrumentalisten der „Capella Principale“ spielten auf authentischen Instrumenten. Sie sorgten mit ihrer vitalen Darbietung auf Zinken, Posaunen, Violine, Viola, Gambe, Violone, Orgelpositiv und Theorbe für einen ganz besonderen Klang. Die Freude der Ausführenden an diesem Werk hat sich durch ihre lebendige Interpretation zweifelsohne auf das Publikum übertragen.

Bettina Waldschmidt

 

2007

Konzert im Augustinum Stuttgart

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Nachdem das Jahr 2006 ganz im Zeichen geistlicher Musik stand, singt sich der Juco in seinem Jubiläumsjahr querbeet durch sein 40jähriges Repertoire.

Am 9. März haben wir im Stiftstheater des Augustinum Stuttgart unser erstes Querbeet-Konzert gegeben.

Querbeet, d.h. in 90 Minuten durch die Musikgeschichte. Mit „Singing all together“, einem sechsstimmigen Kanon von Thord Gummesson, wurde das Chor-Motto zum Einstieg besungen. Es folgte „Come again“ von John Dowland, dem englischen Komponisten und Lautenvirtuosen, der im 16. Jahrhundert lebte. Durch die Neuinterpretation des Popsängers Sting ist er in den letzten Monaten wieder stärker ins Bewusstsein der Musikinteressierten gerückt.

Die nächste Station auf unserer Reise durch die Musikgeschichte war die Romantik. Zunächst stand „Der Glückliche“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf dem Programm. Es folgte die „Romanze vom Gänsebuben“ mit Solo-Quartett von Robert Schumann. Der Junge Chor ist stolz darauf, dass die Solo-Partien meist von Chormitgliedern gesungen und selten Solisten engagiert werden. Andrea Kwasniok, Jasmin Lehner, Thomas Bröckel und Peter Bickel haben bei diesem Stück die Sorgen und Leiden des Gänsebuben, dessen Gänse davonflogen, toll intoniert und einfühlsam vorgetragen. Der Frauenchor beendete den Ausflug in die Romantik mit dem „Psalm 23“ von Franz Schubert.

Wieder in voller Besetzung wurde der erste Teil des Konzerts mit den Volksliedern „Wenn der Topp“ und „Heißa, Kathreinerle“ in einer Bearbeitung von Gunther Erdmann beschlossen.

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Nach der Pause sangen wir mit „Vem kan segla“, „Berceuse polonaise“ und „Hintn bei da Stadltür“ Folklore aus Schweden, Frankreich und dem Alpenland.

Dass sich der Juco auch in der Musik des 20. Jahrhunderts zuhause fühlt, zeigte er mit den beiden Beatles-Klassikern „Can’t buy me love“ und „Let it be“. Jazzig wurde es bei der Interpretation von „Take five“, das Paul Desmond für das Dave-Brubeck-Quartett geschrieben hat. Das Stück ist der Vorliebe des Quartetts für ungerade Takte folgend im 5/4-Takt geschrieben, was vermutlich ein Grund für die Namensgebung war.

Es folgten die Spirituals „Ride the Chariot“, „Deep River“, „I can tell the world“ und “An Irish Blessing”. In einer Pause zwischen den Spirituals überraschte uns eine Zuhörerin mit dem Einwurf „Können Sie nicht mal deutsch singen!”.

Den Abschluss unseres Konzerts bildete der Swing-Klassiker “It don’t mean a thing (if it ain’t got that swing)” von Duke Ellington. Das Stück, von Paul Theis arrangiert, ist sehr anspruchsvoll, macht aber unglaublich Spaß und so war nicht nur der Chor, sondern auch das Publikum danach sehr beschwingt.

So beschwingt, dass unser Dirigent dem Publikum als Zugabe die Aufführung des Messias vorschlug. Die Verwunderung löste sich schnell auf, als wir das Werk von George Friedrich Händel in einem Arrangement von Peter Gritton, dem „Three-minute Messiah“, in genau drei Minuten vorgetragen haben.

Wir haben uns im Augustinum sehr wohl gefühlt. Für uns bot das Konzert nicht nur die Möglichkeit, uns vor einem interessierten und zahlreich erschienen Publikum zu präsentieren. Es war auch eine wichtige Standortbestimmung unserer Probenarbeit im Blick auf unser Jubiläumskonzert am 30. Juni 2007. Nach dem Konzert haben sich nicht nur die Sängerinnen und Sänger über ein gelungenes Konzert gefreut, auch der Dirigent grinste zufrieden.

Bettina Waldschmidt

40 Jahre JuCo - Das Jubiläumskonzert 2007

Am 30. Juni 2007 hat der Juco sein 40jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert gefeiert. Unter dem Motto „Querbeet “ präsentierte er einen Querschnitt durch sein 40jähriges Repertoire.

Querbeet – in 90 Minuten durch die Musikgeschichte
Mit „Singing all together“, einem sechsstimmigen Kanon von Thord Gummesson, wurde das Chor-Motto zum Einstieg besungen. Es folgte „Come again“ von John Dowland, dem englischen Komponisten und Lautenvirtuosen, der im 16. Jahrhundert lebte. Durch die Neuinterpretation des Popsängers Sting ist er in den letzten Monaten wieder stärker ins Bewusstsein der Musikinteressierten gerückt.
Die nächste Station auf der Reise durch die Musikgeschichte war die Romantik. Zunächst stand „Der Glückliche“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf dem Programm.

Soli aus den eigenen Reihen
Es folgte die „Romanze vom Gänsebuben“ mit Solo-Quartett von Robert Schumann. Der Junge Chor ist stolz darauf, dass die Solo-Partien meist von Chormitgliedern gesungen werden. A. Kwasniok, J. Lehner, T. Bröckel und P. Bickel haben bei diesem Stück die Sorgen und Leiden des Gänsebuben Cimocho, der nicht nur Ärger hat mit seinen Gänsen, sondern auch mit seiner Geliebten Bartola, toll intoniert und einfühlsam vorgetragen. In einem weiteren Solo-Quartett von Schumann wurde „Der Bänkelsänger Willi“ besungen, diesmal als Solisten K. Scheiffele, A. Kobler, J. Kunstmann und P. Preiss.
Es folgte das französische Stück „Verger“ von Paul Hindemith. Der Frauenchor beendete den Ausflug in die Romantik mit dem „Psalm 23“ von Franz Schubert.
Wieder in voller Besetzung sorgten die Volkslieder „Wenn der Topp“ und „Heißa, Kathreinerle“ in einer Bearbeitung von Gunther Erdmann für Erheiterung im Publikum.
Nach der Pause sang der Männerchor das „Ständchen“ von Franz Schubert. Musikalischer Gast war dabei die Mezzosopranistin Carmen Hanft.

Folkore, Spirituals, die Beatles, Jazz und Swing
Mit „Vem kan segla“, „Berceuse polonaise“ und „Hintn bei da Stadltür“ stand dann Folklore aus Schweden, Frankreich und dem Alpenland auf dem Programm.
Dass sich der Juco auch in der Musik des 20. Jahrhunderts zuhause fühlt, zeigte er mit den beiden Beatles-Klassikern „Can’t buy me love“ und „Let it be“. Jazzig wurde es bei der Interpretation von „Take five“, das Paul Desmond für das Dave-Brubeck-Quartett geschrieben hat. Das Stück ist der Vorliebe des Quartetts für ungerade Takte folgend im 5/4-Takt geschrieben, was vermutlich ein Grund für die Namensgebung war.
Es folgten die Spirituals „Ride the Chariot“, “Where you there”, „Deep River“, „I can tell the world“ und “An Irish Blessing”.
Den Abschluss des Konzerts bildete der Swing-Klassiker “It don’t mean a thing (if it ain’t got that swing)” von Duke Ellington. Das Stück, von Paul Theis arrangiert, ist sehr anspruchsvoll, macht aber unglaublich Spaß und so war nicht nur der Chor, sondern auch das Publikum danach sehr beschwingt.

Wie lange dauert eine Zugabe?
So beschwingt, dass Dirigent Paul Theis dem Publikum als Zugabe die Aufführung des Messias vorschlug. Die Verwunderung löste sich schnell auf, als das Werk von George Friedrich Händel in einem Arrangement von Peter Gritton, dem „Three-minute Messiah“, in genau drei Minuten vorgetragen wurde. Mit „Goodnight, Sweetheart“ von Carter/Hudson verabschiedete sich der Juco von seinem tollen Publikum.

Bettina Waldschmidt

An Irish Blessing

ImageWieder angekommen aus Irland gäbe es Ausgiebiges über diese Reise zu berichten – ein Roman wäre wohl nicht auseichend dafür! Deshalb sollen nachfolgend ein paar ausgewählte Anekdoten zum Schmökern und Schwelgen dienen; stellvertretend für die vielen, die wir hier berichten könnten. Es hat – wie bei jeder Chorreise – auch diesmal riesigen Spass gemacht und alles ging wieder viel zu schnell vorbei. Unsere Auftritte in St. Patrick’s und Youghal haben wir gut über die Bühne gebracht und unser Publikum hat es uns mit warmherzigen Applaus gedankt. Wir haben sympathische Leute getroffen, ein wunderschönes, grünes Land bereist (und das sogar ohne Regen!), uns durchgeschlemmt und intensiv die lokalen Pub-Szenen erkundet… doch dazu Näheres im Folgenden:

Nach unserer ersten Übernachtung in Dublin erwartete uns eine Mahlzeit der besonderen Art. Dass wir von den irischen JuHe-Frühstücken nicht viel zu erwarten hatten, war klar – wir wurden schon vorgewarnt - aber das Frühstück am Montagmorgen unterbot alle nicht vorhandenen Erwartungen: Es bestand aus einem Bottich mit Fettklumpen (=Margarine), einem zweiten mit nem Zuckerklumpen (=Marmelade), dazu ein Brot, dass mehr Krümelkuchen als Brot war und das Ganze in heimeliger Wartesaal- bzw. Krankenhaus- Atmosphäre bei Neonlicht, kahler Edelstahlküche, engen Tischen - und stilechtem Plastikbesteck. Dazu gab's noch Getränke, die immerhin Ähnlichkeiten mit ihrem Original aufwiesen: bezüglich der Temperatur (heißes Wasser, das mit Kaffee- oder Tee-ähnlichem Geschmack gewählt werden konnte) oder auch der Farbe (neongelbes Gebräu mit Orangensaft-Aroma) - l e c k e r ! ;-)   Prima „gestärkt“ starteten wir also in unseren ersten Tag auf der Insel. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass das Frühstück in den anderen JuHes durchaus sehr lecker und vergleichsweise fast lukullisch ausfiel (z.B. in Tralee oder das von vielen bevorzugte Irish Breakfast an unserem Rückreisetag), und dass man in Irland sehr lecker und herzhaft essen kann (z.B. Irish Stew mit zartem Lammfleich oder Kartoffelgerichte aller Art… mmmhh!)

Joe, unser Busfahrer von der flotten Sorte, sammelte uns alle am Dienstag in unserer „tralee“-gen JuHe ein. Er kurvte uns beherzt nach Dingle, wo wir uns auf die Fahrräder schwangen, denn nun galt es in die Pedale zu treten! Melanie hatte uns diese Biketour ans Herz gelegt, denn das wäre der beste Weg, die Halbinsel zu erkunden - und sie sollte Recht behalten! In Grüppchen radelte also der JuCo auf der grünen Halbinsel Dingle entlang der Küstenstraße. Wir wirkten ein bisschen wie die „Smarties On Tour“ wegen unserer farbenfrohen Windjacken, die man auch noch im entferntesten Winkel leuchten sah. Unser Weg führte uns vorbei an schroffen Klippen, grünen Hügeln, Sandstränden, blühenden Fuchsienhecken, Gras mümmelnden Kühen und wolligen Schafshintern.

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Einige Übermütige konnten sich ihr Liedchen auf den Lippen nicht verkneifen, was vor allem die Fliegen und Mücken mit freudigem Gesumme quittierten. Oder lag’s am gerade verköstigten Apple Pie? Ein paar deutsche Urlaubsausflügler registrierten unsere vokalen Ergüsse mit erstaunter Neugier und einem wohligen Schaudern.  Und so drehten wir unsere Runde auf der Halbinsel und kamen alle wohlbehalten (… einzelne Fahrradketten wieder aufs „Ritzel“ gebracht …) in Dingle an: Mal mehr, mal weniger aus der Puste.

Am Donnerstag fuhren wir bei Sonnenschein in Killarney ab Richtung Cork und legten unseren ersten Stopp im National Forest von Gougane Barra ein, wo wir alle eine kurze Wanderung unternehmen konnten. Ein Liedchen auf den Lippen durfte auch hier natürlich nicht fehlen; zur Abwechslung bedienten wir uns heute mal aus dem Marsch-/ Wander- und Kinderlied-Repertoire. Über Stock und Stein und durch den verwunschenen Wald, in dem man sich bildlich die hier angeblich ansässigen Kobolde vorstellen konnte, erklommen wir einen Aussichtspunkt, von dem wir einen prima Ausblick auf das Tal, den Fluss, den See und die Hänge unter uns hatten. Und dabei genossen wir – ein wirklich seltener Moment auf dieser Reise - die RUHE!

Der nächste Stopp am Nachmittag fand in Blarney Castle statt, einem stämmigen, romantischen Turm aus dem 15. Jahrhundert. Der Legende nach ist der Ort für einen Stein bekannt, der – wenn man ihn küsst – einem die Gabe der Eloquenz zuteil werden lässt. Abgeschreckt vom hohen Eintrittspreis blieb etwa die Hälfte von uns draussen – die meisten waren offenbar sowieso schon mit überbordenden rhethorischen Fähigkeiten „geküsst“. Das so eingesparte Geld wurde stattdessen in einen gediegenen Kaffee bei strahlendem Sonnenschein sowie in formschöne Herren-Oberbekleidungsstücke umgesetzt, was für einen kurzzeitigen lokalen Aufschwung in der irischen Konjunktur sorgte.

Am fortgeschrittenen Donnerstagabend trafen wir zum ersten Mal auf Christian, Sabines Bekannten, der uns gleich zu einer Pub-Tour mitnahm. Er schien eine Menge Leute in Cork zu kennen, denn er wurde an jeder zweiten Ecke gegrüßt (insbesondere von auffallend vielen Mädels…) und auf die „fremde Gruppe“ in seinem Schlepptau angesprochen. Im Pub machten wir’s uns bei einem Pint gemütlich und lauschten angetan den Klängen von Christians Irish-Folk-Band, während wir dazu gewohnt kräftig klönten und herumblödelten. Nach dem offiziellen „Last Call“ verabschiedeten wir uns mit „Goodnight Sweetheart“. Jedoch flogen wider Erwarten zu unserem Abschieds-Ständchen keine Gläser – im Gegenteil – es lugten angetan von unseren Klängen sogar manche Neugierige aus dem PUB-likum um die Ecke. Ein Besucher gab als „Antwort“ noch eine ausführliche, melancholische Ballade zum Besten und wir beschlossen den kurzen musikalischen Dialog schließlich mit einem bierseligen „Singing All Together“ und dem obligatorischen „Irish Blessing“. Auf dass unsere restliche Reise weiterhin so gut gelingen möge!

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Samstagabend in Dublin ging’s nochmal zurück in die City ins „Cafe en Seine“, in dem wir bereits eine knappe Woche zuvor unser erstes irisches Bier geschlürft hatten (Smithwick’s/ Guinness/ Harp und auch Cider: alles sehr leckeres Gebräu). Heute war die Location ziemlich voll, und wir hatten Mühe, noch ein Plätzchen für unsere größere Gruppe zu finden. Nach unserer ersten Getränkerunde begann man, die Tanzfläche freizuräumen. Und obwohl die "Mucke" nicht immer ganz unserem Musikgeschmack entsprach, zuckte doch das Tanzbein zum gleichmäßigen Beat und wir hotteten los. Wir steigerten uns beim Mitsingen und mit Nachahmungen bzw. Tanzeinlagen diverser Art, bis Ekki, den wir alle schon als "Neu-JuCorianer" ins Herz geschlossen hatten, zur Krönung des Abends eine gelungene Status-Quo-Imitation auf seiner Stoffjacken-Gitarre vorführte – der Böööhrner des Abends! Ausgepowert, angeheitert und mit Bauchschmerzen vom vielen Kichern schoben wir uns durch die Massen aus dem Club, vor dem auch mitten in der Nacht noch scharenweise Leute anstanden. Die Iren wissen offenbar zu feiern und ihr Leben zu genießen... ein sehr sympathisches Völkchen!

Die grüne Insel ist auf jeden Fall eine Reise wert - und auch eine zweite oder dritte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Sabine, Silke, Andrea und Christian für die super Organisation und Betreuung vor Ort - ihr habt uns einige unvergessliche Momente beschert! Mit dem JuCo wird jeder Ausflug zum heiteren Abenteuer... da freuen wir uns schon jetzt auf die nächste Chorreise!

/AK

Vivaldi trifft Pärt

Antonio Vivaldi - Magnificat RV 610
Arvo Pärt - Magnificat-Antiphonen

1. Magnificat
2. Et Exultavit - Solisten: Andrea Kwasniok, Sopran, Jasmin Lehner, Alt, Thomas Brockel, Tenor
0 Weisheit
3. Et misericordia
0 Adonai
4. Fecit potentiam
5. Deposuit
0 Spross aus Isais Wurzel
0 Schlüssel Davids
0 Morgenstern

6. Esurientes - Solisten: Andrea Faustmann, Sopran, Sandra Theidel, Sopran
0 König aller Volker
7. Suscepit
8. Sicut
0 Immanuel
9. Gloria Patri

Antonio Vivaldi - Gloria RV 589
1. Gloria
2. Et in Terra
3. Laudamus - Solisten: Annika Koke, Sopran, Maria Hoymann, Sopran
4. Gratias
5. Propter
6. Domine Deus - Solistin: Kyoko Scheiffele, Sopran
7. Domine fili
8. Domine Deus, agnus Dei - Solistin: Anke Kobler, Alt
9. Qui sedes ad dexteram Patris - Solistin: Damaris Kliemt, Alt
10. Quoniam tu solus sanctus
11. Cum sancto spiritu


Junger Chor Stuttgart e.V.
Orchester Concerto Tübingen, Konzertmeister Stefan Knote
Leitung: Paul Theis

Im Mittelpunkt des Weihnachtskonzert 2007 des JuCo standen zwei Werke von Antonio Vivaldi: das Magnificat RV 610 und das Gloria RV 589. Vivaldi hat viele seiner geistlichen Stücke als musikalischer Leiter des Ospedale della Pieta, eines Waisenhauses in Venedig, komponiert. Vermutlich zählt das Gloria dazu, ganz sicher aber das Magnificat. Die Werke führte er mit seinen Schülern auf, auf Solisten von außen war er nicht angewiesen.

Magnificat: So hat es auch der JuCo im vokalen Bereich gehalten. Alle Soloparts wurden mit ambitionierten Sängern des Chores besetzt. Und davon gibt es eine Menge! Zehn Solisten zeigten an diesem Abend, dass der JuCo über eine beeindruckende Zahl toller Stimmen verfügt.

Der JuCo bewegt sich immer wieder gerne abseits der musikalischen „Hauptverkehrsstraßen". Diesmal wurde das Magnificat Vivaldis mit Arvo Pärts Magnificat-Antiphonen aus dem 20. Jahrhundert ergänzt. Das Wort Antiphon kommt aus dem Altgriechischen und wird mit „entgegentönend, antwortend“ übersetzt. Das brachte den Chorleiter Paul Theis auf die Idee, Pärts Magnificat-Antiphonen im Wechsel mit einzelnen Teilen des Vivaldi-Magnificats aufzuführen.
Der Este Arvo Pärt ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten von geistlicher Musik. Die Magnificat-Antiphonen scheinen von bewusster Einfachheit, sind aber reich an Klangmustern, die eine echte Herausforderung für den JuCo waren. Vom leeren Quintklang über Durchgangsdissonanzen bis zur vollen Dur-Harmonik wurden die Stücke auf hohem klanglichen Niveau und mit innigem Ausdruck vorgetragen. Die A-capella-Stücke Pärts erzeugten einen Spannungsbogen zum vom Concerto Tübingen begleiteten Magnificat Vivaldis, von dem das Publikum begeistert war.

Gloria: Im zweiten Teil trug der JuCo Vivaldis „Gloria“ vor, das in seiner Ausdrucksintensität und stilistischen Vielfalt exemplarisch für die Vielgestaltigkeit des Komponisten steht: Oboe und Trompete verleihen den Rahmensätzen einen festlichen Glanz, Streicherbegleitung bestimmt die übrigen Sätze und das „Domine Deus“ wirkt durch seine kleine Besetzung mit Solosopran, Oboe und Kontrabass. Dies gab dem JuCo Gelegenheit, seine stimmliche Bandbreite zu zeigen. So wurde der zweite Satz „Et in terra pax“ getragen und spannungsvoll gesungen, während die Fuge „Propter magnam gloriam“ voller Elan und Dynamik vorgetragen wurde. Stimmliche Höhepunkte waren die Soli aus den eigenen Reihen des JuCo. Das Publikum in der Johanneskirche am Feuersee hat das Konzert sichtlich genossen und freute sich über die spannungsreiche Programmgestaltung von Paul Theis. Das Konzert war eine gute Werbung, um singfreudige Männer zu gewinnen, die der JuCo momentan sucht.