Chronik 1987 - 1996

1987

Israel

In der ersten Augusthälfte 1987 bereisten wir Israel. Die erste Woche dieser Reise war vollgestopft mit Programm: Besichtigungen der verschiedenen historischen und kulturellen Stätten in und um Jerusalem, während die zweite Woche der Reise nur noch Ausfahrten, zum Beispiel zu den Jordanquellen bei Baniyas auf den Golanhöhen und eine Fahrt Richtung Nazareth und Tiberias, vorsah.

ImageVom 12.8. bis zum 14.8.1987 waren Tage zur freien Verfügung vorgesehen, die jeder nach eigenem Gusto mit Leben oder mit den Füßen im Pool ausfüllen durfte. Für mich drei Tage für Unternehmungen auf eigene Faust. Die Zugfahrt zum knapp 30 km entfernten Haifa habe ich zusammen mit Françoise T. begonnen, die sich dort mit den Eltern ihres Schwagers traf. In Haifa selbst konnte ich dann die Bierdose für meine Sammlung wiederfinden, die Jutta W. in Jerusalem versehentlich in einem Abfalleimer entsorgt hatte. Damals wunderte ich mich noch, daß ich mich im Laden nur französisch verständigen konnte, heute weiß ich, daß Haifa auch ein französisches Viertel mit französischer Geschichte hat.

Der zweite eigene Tag führte wieder mit dem Zug zur alten Kreuzfahrerstadt Akko. Dort trafen sich immer wieder Mitglieder der Reisegruppe, sei es am Hafen, am Bazar mit den frischesten Fischen, den meisten Gewürzsäcken oder dem größten Haufen alter Schuhe oder in Moscheen, Zitadellen und alten Kreuzfahrerfesten.

Am letzten der drei freien Tage war eine Radtour nach Nahariya und darüber hinaus angesagt. Nur drei Kilometer nördlich liegt diese erst 1934 gegründete Stadt. Die Route führte zunächst an den Bahngleisen und großen Sonnenblumenfeldern, deren Blüten dürr und starr auf die Ernte warteten, entlang. Am Freitagabend beginnt der Schabbes in Israel, weshalb sich der letzte Zug nach Tel Aviv weit vor Sonnenuntergang auf den Weg zur absoluten Wochenendruhe aufmacht. Auch das Fahrrad zog es nach Süden zurück, den Weg direkt an der meist eingezäunten Küste des Mittelmeers entlang. Mit Schwung und angezogenen Beinen noch durch die Furt eines Baches erreichte ich Shavei Zion, Stuttgarts Patengemeinde, rechtzeitig zum Abendessen vor dem Aufbruch zum Heimflug am frühen Montagvormittag.

Klaus-Peter Kuppinger

 

1988

ImageDas Highlight des Jahres 1988 war ohne Zweifel der Besuch der Menagerie aus New Ulm. Am 17.6. traf der Chor in Stuttgart ein. 52 Personen waren es, für die im Vorfeld händeringend Gastfamilien gesucht worden waren. Wir beherbergten zusammen davon etwa 10%, da Bines Eltern im Urlaub waren und wir uns dachten: Uf oin meh odr weniger kommts no au net o!. Als der Chor am Abend im Busbahnhof einrollte, bangten wir schon, ob wir bei der Versteigerung der Amis einen guten Fang machen würden (gewünscht: männlich, groß, blond, sportlich; verpönt: ausgewachsenes Begleitpersonal). Wir bekamen 3 (!) Mädels, und zwei kleine blonde Jungs.

Die erste Herausforderung war nicht der Transport der Gäste, sondern das Verstauendes üppigen Gepäcks: jede Menge Samsonite Koffer im Überseeformat einschließlich der obligatorischen Beautycases der Mädels. Doch diese Unwägbarkeiten konnten kreativ durch Stapeln der Sänger und des Gepäcks im Käfer Cabrio virtuos gelöst werden (nach oben hatte man ja genug Platz!).

Aufgrund des knapp bemessenen Schlafraumes mußten sich die Gäste schnell an nomadenzeltähnliche Zustande gewöhnen. Zur Wiedergutmachung versorgten wir die Horde mit zentnerweise Kässpätzle.

Am nächsten Tag besichtigten wir gemeinsam mit dem Rest der Gruppe Stuttgarts Sehenswürdigkeiten in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit:

» Daimler-Museum
» Wilhelma
» Stadtrundfahrt

Daß der musikalische Auftritt beider Chöre in der Konzertmuschel am Kursaal ein voller Erfolg war, werden sicherlich alle Zeitzeugen noch bekunden. Der Besuch der Menagerie war kurz, aber sehr nett. Doch wären die jungen Sänger länger geblieben, wäre unsere Improvisationsfähigkeit sicherlich an ihre Grenzen gestoßen.

Sabine Heuss + Sandra Brenner

 

1989

Die wichtigsten Stationen im Jahre 1989 waren: Die Mitwirkung beim Chorfest des Schwäbischen Sängerbundes in Ulm, das Singen bei den ehemaligen jüdischen Mitbürgern Stuttgarts, ein Auftritt im Rahmen der Veranstaltungsreihe Stuttgarter Hofkonzerte mit dem Thema Französische Revolution vor 200 Jahren, die Bewirtung am Bärenschlößle bei kaltem regnerischem Wetter, der Auftritt beim Verkehrsverein im Kleinen Kursaal Bad Cannstatt.

Danach folgten das alljährliche Singen im Hof des Alten Schlosses anläßlich des Stuttgarter Weihnachtsmarktes und wie jedes Jahr die wichtigste Veranstaltung, das Weihnachtskonzert in der Johanneskirche mit anschließender Weihnachtsfeier.

Der absolute Knüller des Jahres war die Chorreise 1989 nach Australien im August. Zuerst ging´s einige Tage nach Adelaide, von dort ging es weiter nach Tanunda, dem Weinanbaugebiet Barossa Valley.

Wie auch in Adelaide hatte der Chor hier ein kleines Konzert mit dem kleinen Unterschied: Es war kalt, und der Saal wurde nur durch four Heater geheizt. Es war schnuckelig kalt!

Danach ging es ins milde Klima von Sydney, vier Tage Sydney. Eine Traumstadt trotz des Deutschen Vereins und seines Jahrgangsbieres. Nach Sydney folgte Cairns mit dem Great Barrier Reef, Green Island und viel Sonne, Strand und Palmen.

Letzte Station der Reise war Brisbane und die Gold Coast. Dann ging´s, mit einem eintägigen Aufenthalt in Singapore, wieder heim mit vielen, vielen, neuen Eindrücken! Wenn inzwischen auch schon viel Zeit vergangen ist, vergißt doch keiner, der dabei war, weder einzelne persönliche Histörchen, noch das Gefühl von Eukalyptus im Arm - in Form eines Koalas - noch den Geruch von Eukalyptus beim Reisen.

Nicht zu vergessen, Herbert Bähr, dessen letzte große Chorreise Australien war.

Gudrun Bährle

 

1990

Bernd Noll wird neuer Chorleiter

Image1990, das Jahr in dem ich Euch als Chorleiter übernommen habe. Das war für mich eine schwere Entscheidung, hatte ich doch selbst bereits 8 Jahre in diesem Chor gesungen, und zwar sehr gerne gesungen. Singen ist für mich nicht nur Vergnügen, es ist auch Labsal, oder wenn man so will, Therapie für die Seele. Wie oft war ich doch als Jucosänger verärgert, gestreßt oder muffelig zur Probe gefahren, um dann nach der Probe wieder ruhig, ausgeglichen und gutgelaunt zu sein. Nun sollte ich dieses für mich kostbare Singen aufgeben, um Euch zu sagen, was und wie Ihr singen sollt, um Euch eventuell auf die Zehen zu treten, wenn irgend etwas nicht so klingen sollte, wie ich mir das vorstelle.

Wie gesagt: Keine leichte Entscheidung. Daß ich mich letztendlich doch für Euch entschieden habe, lag begründet in der Tatsache, daß ich mir zweierlei zutraute: Herbert Bährs Intention fortzuführen, den Chor im Repertoire so vielseitig wie möglich zu halten und durch Gesang und Reisen, durch Kontakt mit anderen Jugendlichen überall auf der Welt zur Völkerverständigung beizutragen, aber gleichzeitig auch dem Chor deutlich meinen musikalischen Stempel aufzudrücken.

Wenn ich heute darauf zurtickblicke, so kann ich feststellen, daß diese Rechnung hundertprozentig aufgegangen ist. Der Chor singt so, wie ich mir das vorstelle, er repräsentiert mit die Stadt Stuttgart bei Reisen in aller Herren Länder und, was das Wichtigste für mich ist, ich kann mich voll und ganz auf Euch verlassen, musikalisch und in ganz besonderer Weise auch menschlich.

Ich bin sehr stolz auf Euch, macht weiter so!

Euer Chorleiter Bernd Noll

 

1991

Gibt es ein Leben vor dem Juco?

Von den vielfältigen Aktivitäten im Jahr 1991 weiß ich nicht mehr viel. Es war mein Eintrittsjahr, und ich entsinne mich, ich war wild entschlossen, mich nicht groß anzufreunden oder festnageln zu lassen. Der Chor fing sehr behutsam an, mich mit seinem Charme um den Finger zu wickeln. Der erste einschlagende Erfolg war auf der Seite des Jucos zu verbuchen: die Woche in Budapest. Mit Hilfe von Tagebuch-Auszügen fällt es mir nicht schwer, mich zu erinnern:

Sa, 26.10. 17 Uhr, Budapest. Mit Leonie auf dem Zimmer. Wer bei der Abfahrt gestern nicht da war, war der Reisebus. Konnten das Unternehmen aber kurzfristig noch überzeugen, uns doch heute noch zu befördern. Stundenlangen Stau vor der Grenze überbrückten wir durch Neben-dem-Bus-herlaufen. Jürgen S. allerdings konnte kurz vor dem Grenzübergang den Aufsprung auf das heimatliche Gefährt nur noch durch läuferische Höchstleistung schaffen. Die Fahrer-Ablösung mußte bereits an der österreichischen Grenze umdrehen, anstatt abzulösen, weil er keine gültigen Papiere hatte. Der Andere, nicht mehr ganz frisch, lieferte uns nach 16 Stunden im Hotel Aero ab.

So, 27.10. Nach diesem Probentag taten sich ein paar Leute zusammen, um die türkische Zitadelle zu besichtigen. Von oben: Große Brücken über ruhiger Donau, ewig lange Straßen, darüber der Mond. Gute Nacht.

Mo, 28.10. Stadtrundfahrt: türkisches Märchen von gestern, bei Tage besehen eine beeindruckende Festung.

ImageFr, 01.11. rückblickend: Erste Bekanntschaft mit (einer der wenigen) Altsängerinnen Silke W. in einem Fischrestaurant auf der Budaer Seite. Am Mittwoch in Kecskemed. Schöne Jugendstil-Häuser. Eine Puszta besichtigt inkl. Pferdekunststücken, Gulasch und einer durch K-P musikalisch begleiteten Kutschfahrt (Welsches Teufli und andere Choriositaten). Wieder in Budapest mit weiterem Alt im Thermalbad Szegeny fürdö vor uns hingedampft. Danach mit einer anderen Truppe in ein Cafe Merlin. Donnerstag gesungen, nachmittags ins Museum für Bildende Künste. Gelbe Metro gesperrt. Menschen in dieser Stadt erscheinen alle so krank, teilnahmslos. 22 Uhr: Heimfahrt.

Das waren die Kindertage einer oft geprüften, aber dicken Affenliebe: Juco. Die Formel: einen Eßlöffel Gesang mit einem Eßlöffel Freizeitspaß - Extrakt bei mittlerer Hitze untrennbar verschmelzen, mit einer Prise Drama würzen, mit ein paar Freundschaften abschmecken und mit viel Liebe servieren. Der Trick wirkt immer noch. Damals dachte ich insgeheim: Da gibt es doch tatsächlich Leute, die sind schon über 5, ja 10 Jahre im selben Verein - sehr verdächtig. Nun, mittlerweile ich mit meinen 7 Jahren Juco auch zum Kreis der Verdächtigen - und ich schäme mich nicht mal.

Damaris Kliemt

1992

Wie in jedem Jahr geht das Proben traditionell mit Beginn der Schule nach den Weihnachtsferien wieder los. Nach einem guten Monat Proben steht uns in der eigentlichen Probezeit eine Jahreshauptversammlung als abendfüllendes Programm bevor. Im Mai war eine außerordentliche Hauptversammlung angesagt, nur um die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags zu beschließen.

Am 22.03. haben wir in Weil der Stadt einen Gottesdienst mit zu gestalten. Ende Mai geht es fürs Wochenende zur Chorfreizeit in die Juhe Hohenstaufen zur intensiven Vorbereitung auf das Sommer-Gala-Konzert.

20.06. Heute steht eine ganztägige Kassettenaufnahme in der Liederkranzhalle in Botnang an. Da es dabei - im Gegensatz zu sonst - mucksmäuschenstill sein mußte, geht es in den Pausen um so lustiger zu.

25.06. Heute singen wir, wie jedes Jahr, für die ehemaligen jüdischen Mitbürger der Stadt Stuttgart im Hotel Graf Zeppelin, bei uns im Zepp genannt. Wie immer wird das Singen sehr zeitig angesetzt, und dann warten wir Stunden auf unseren Auftritt, doch zum Glück gibt es immer sehr leckere Schnittchen.

26.06. Im Schillersaal der Liederhalle geben wir zugunsten der Amsel ein Benefizkonzert. Im Anschluß daran wurde uns ein reichhaltiges Buffet serviert.

13.07. Auftritt im Parkhotel zum Amtsantritt von Karl-Detmar Prümer als Präsident des Lions Club Stuttgart-Neckar.

Vom 17.-19.07. kam der holländische Jongerenkoor aus Heerlen auf Besuch. Am 17ten abends Ankunft der Gäste, Verteilung auf die Familien, 18.07. Stadtrundfahrt, anschließend gemein-sames Mittagessen im Straßenbahnwaldheim. Fahrt nach Waldenbuch zur Hochzeit von Petra Nickel und Thomas Harrer mit Auftritt vom Juco in der Kirche.

19.07. Gottesdienstgestaltung in der Katholischen Kirche Sommerrain.

12.09. Zum Fossi-Treffen mit klasse Stimmung und Superwetter traf man sich im Waldheim Botnang.

18.10. Singen im Altenheim Haus Martinus, Stuttgart.

23.-25.10. Chorfreizeit in der Juhe Erpfingen.

9.11. Der Juco ist Gast bei einer Espresso-Live-Sendung im Süddeutschen Rundfunk

Nun kommt die Weihnachtszeit, d.h. viele Auftritte: Singen beim Lions Club im Parkhotel; der Auftritt - bei dem wir alle immer auf gutes Wetter hoffen - Singen auf dem Weihnachtsmarkt, im Hof des Alten Schlosses, gemeinsam mit dem Posaunenchor der Johannes-Gemeinde, Singen bei Frau Frölichs 70. Geburtstag, Weihnachtsliedersingen im Dinkelacker und zum Abschluß unser Weihnachtskonzert in der Johanneskirche am Feuersee. Die Spenden am Schluß des Konzertes sind für Amsel bestimmt. Als Ausklang ist im Anschluß die Weihnachtsfeier mit viel Programm.

Kirsten Schäfer

1993

Das Jahr 1993 bringt dem Juco zwei als epochal zu bezeichnende Veränderungen:

Im März tritt Margret Frölich nach 12jähriger Tätigkeit vom Amt der 2. Vorsitzenden zurück. Als Chormama, freundlicher Wegweiser zu Umkleideräumen und vor allem durch ihre Arbeit auf der Verbandsebene des Sängergaus hat sie dem Chor große Dienste erwiesen. Jasmin Lehner wird zu ihrer Nachfolgerin gewählt, und die ehemals intensive Zusammenarbeit wird zur bleibenden freundschaftlichen Verbundenheit.

Die zweite große Neuerung des Jahres ist die Mitwirkung eines neuen Orchesters beim traditionellen Weihnachtskonzert in der Johanneskirche. Die Sinfonietta Tübingen überzeugt sowohl als zuverlässiger Begleiter des Chores, als auch durch ihre Interpretation des Konzertes für Violine und Orchester E-Dur von J.S. Bach.

Zwischen diesen beiden Eckpunkten gibt der Juco in der Stadthalle Korntal sein Sommerkonzert, umrahmt drei Gottesdienste, singt beim Besuch der ehemaligen jüdischen Mitbürger und hat einen Auftritt auf der IGA.

Am 10.11.1993 ist der Gründer des Stuttgarter Jugendchores, Ehrengaupräsident Adolf Haiss verstorben.

Silke Wiedenmann

 

1994

Was ich am Jahr 1994 besonders beeindruckend fand, war der Einsatz für den Chor, den auch neue Mitglieder zeigten. So waren z.B. ein ganzer Schwung neuer Mitglieder schon nach wenigen Tagen beim Chorwochenende im Waldheim Ost dabei.

Auch als im Mai die Chorreise nach Brünn anstand, fuhren die Neuen mit. In Brünn wurden wir sehr herzlich empfangen, und auch das Rahmenprogramm war abwechslungsreich. Und immer blieb etwas Zeit, sich mit dem Brünner Chor zusammenzusetzen und die Gastgeber kennenzulernen, sei es beim gemeinsamen Spaziergang durch Brünn, bei den Fahrten in die Umgebung oder beim gemeinsamen Musizieren und Feiern.

Leider ging der Besuch unseres Partnerchores, den Menagerie-Singers aus New Ulm/Minnesota, etwas an den gewöhnlichen Chormitgliedern vorbei. Ursprünglich sollten dessen Mitglieder auch bei den Sängern und Sängerinnen aus Stuttgart privat untergebracht werden, doch letztlich fanden sich nicht genug Quartiere, so daß auf die Jugendherberge in Esslingen zurückgegriffen werden mußte.

Zum Auftritt des Chores im Bezirksrathaus in Bad Cannstatt und zum gemeinsamen Abschiedsabend im VfB-Clubheim fanden sich jedoch wieder viele Stuttgarter Chormitglieder ein. Auch hier fand sich nach dem Essen noch eine Gelegenheit, gemeinsam zu singen.

Während des Sommers und Herbstes folgten noch einige kleinere Auftritte. Hierbei ist natürlich das Singen auf der Hochzeit bei Susanne Fischer und Gerhard Hennig zu erwähnen, der zwar immer fleißig mit ins Dinkelacker kam und auch weiterhin kommt, doch zuerst nicht zu einer Mitgliedschaft im Chor zu bewegen war.

Der erste Stand auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt war ein voller Erfolg. Erstmals zeigte sich die Verkaufstüchtigkeit von Manuela und Gerhard, und innerhalb weniger Stunden war der Vorrat an Gutsle verkauft. Man merke sich daher für die folgenden Jahre: mehr Backen zur Weihnachtszeit.

Den krönenden Abschluß des Chorjahres bildete wieder unser Weihnachtskonzert.

Michaela Schollmeyer

1995

25.07.- 19.08.95: Weltreise

1995 war es endlich soweit. Carlo Prümers großer Traum ging in Erfüllung - eine Weltreise mit dem Juco - und wir waren natürlich mit Freuden dabei, meine Oldies und ich.

Am 25.07.95 war es dann endlich soweit, ich ging zusammen mit 24 anderen Weltentdeckern auf meine erste Chorreise. Mit flauem Gefühl im Magen zunächst nach Singapur, wo uns ein feucht-schwüles Klima und eine blitzsaubere Stadt erwarteten. Durch Stadtrundfahrt und viel Eigeninitiative lernten wir die asiatische Kultur ein wenig kennen: Garküchen in der Bugis Street, Cocktails im Stamford-Tower, den botanischen Garten und einen Tempel. Am nächsten Abend ging es leider schon weiter nach Adelaide, wobei der Steward leidenschaftlich mit uns "Waltzing Mathilda" grölte. Unsere Tage in Adelaide waren geprägt vom Lied- und Kulturgut des deutschen Clubs Adelaide, wo wir viel sangen. Einige Unermüdliche begaben sich abends noch ins Casino (sogar unter 21 zugänglich) und verspielten einige AUS$. Außerdem standen der Besuch der Küste, eines Tierparks mit Unmengen von Känguruhs und eine Geburtstagsfeier auf dem Programm.

Image

Am 30.07.97 genossen wir bereits Sydney: die Oper, Sydney Tower, den chinesischen Garten, das Meer und Manly. Sydney zeigte sich stets von seiner besten Seite. Hier stellte dann auch Frau Frölich fest, was es heißt, mit dem Juco unterwegs zu sein; sie hatte das Zimmer neben Zimmer 135, wo es meist sehr spät wurde!

Die dritte Station auf unserer Reise war Hawaii. Eine Woche ausruhen und relaxen in Waikiki Beach mit Aloha und Hang Loose. Der Versuch, mit dem Spektakel namens LUAU ein wenig hawaiianische Kultur abzubekommen, scheiterte kläglich an der touristischen Überarbeitung. Jeden Abend gab es ein Treffen um alle Schäfchen mal wieder zu sehen und zu zählen. Ansonsten verbrachten wir unsere Tage auf Oahu mit Sonnenbaden (und Sonnenbrand), Ausflügen mit Auto oder Vespa (z.B. zu Richard Chamberlains Haus), einer Inselrundfahrt mit der charmanten Erika, und manche von uns besuchten die Nachbarinsel Big Island und schauten sich da den Vulkanpark und die schwarzen Strände an. Auf jeden Fall hatten wir alle eine Menge Spaß, der durch eine Chorprobe am Whirlpool noch verstärkt wurde.

Mit Verspätung kamen wir in San Francisco an, wo uns die Golden Gate natürlich magisch anzog. Stadtrundfahrt oder auf eigene Faust mit Stadtplan, Foto und Fahrkarte. Obligatorisch war natürlich eine Fahrt mit dem Cable Car, ein Besuch in Fisherman´s Wharft, in der Lombard Street und auf dem Telegraph Hill. Zudem "blamierte" sich so manches Chormitglied beim Hummeressen.

Bei der nächsten Station, New Ulm, trafen wir äußerst bekannte Gesichter wieder: Dani und Jürgen stießen für kurze Zeit zu uns. Mit einem original Schulbus wurden wir von Bob Wirtz von Auftritt zu Auftritt gekarrt und gaben natürlich bei jedem Gottesdienst unser Bestes. Die Nachmittage verbrachte man in New Ulm am besten im Wasser, da fielen wenigstens keine Mücken über einen her. Wir ließen uns daher äußerst gern von Bob Wirtz zur Pool-Party einladen. Am nächsten Tag besichtigten wir Herman the German, das Glockenspiel, die Brauerei Shell's und ein Indianer-Museum.

 

Image

Chicago wurde zum unfreiwilligen Zwischenstopp, wo wir den ganzen Tag auf dem Flugplatz verbrachten, nur um festzustellen, daß wir am selben Tag doch nicht mehr nach St. Louis kommen würden. Auf der etwas chaotischen Fahrt zum Day´s Inn-Hotel verloren wir dank der Intelligenz der Taxifahrer und der Tatsache, daß Chicago fast nur aus Day´s Inn besteht, kurzzeitig die Hälfte der Chormitglieder.

Am nächsten Tag wurden wir in St. Louis bereits von unseren Gastgebern erwartet. Besichtigt wurden dann der Arch und der botanische Garten, wir wurden zu einem Empfang ins Rathaus geladen und sangen in einer Kneipe. Manche machten auch noch eine Fahrt mit dem Shuffle Boat auf dem legendären Mississipi. Gegen Abend wurden wir dann von unserer Gastgebern zum Flughafen gebracht wo wir uns mit einem traurigen "Muß i denn" verabschiedeten.

Zur Pressekonferenz in Stuttgart im Parkhotel waren leider nicht viele von der schreibenden Zunft erschienen, aber wir hatten Gelegenheit ausgiebig Abschied zu feiern und bereits Pläne für die nächste Chorreise zu schmieden. Denn es macht einfach Spaß mit dem Juco auf Tour zu sein!!

By Silke Geiß "Kobold"

1996

Nach den Ereignissen des letzten Jahres mochte manches Chormitglied sich vielleicht auf ein ruhigeres Jahr eingestellt haben. Weit gefehlt! So erwartete uns bereits an Pfingsten nach vielen hochmotivierten Chorproben Fabriano/Italien, wo es galt, die Chiesa del Sacro Coure mit vielerlei Klängen zu füllen. Dichterischen Einsatz erforderte dort ein italienisches Madrigal, dessen Text sich leider erst in der Generalprobe als nicht unbedingt kirchentauglich erwies. Der wider Erwarten doch anwesende Bischof wußte diese ungewohnte Version dann auch mit einem breiten Lächeln zu quittieren. Gesang und Tanz waren der Worte genug bei dem darauf folgenden, ausgelassenen Fest mit unseren italienischen Gastgebern, und so fielen mangelnde Sprachkenntnisse nicht weiter ins Gewicht.

Die Wallfahrtskirche zu Birnau und die Aussicht, dort eine Messe zu singen, lockte uns in den sonst chorlosen Sommerferien an den Bodensee. Getreu dem Motto "Erst das Vergnügen, dann die Arbeit" ließen wir uns am Samstag erst einmal so richtig verwöhnen, um dann am Sonntag in aller Frühe die Stimmbänder um so mühevoller zum Aufwachen zu bewegen.

Der Herbst schickte uns den Brünner Studentenchor Vox Juvenalis ins Haus, welcher mit Gitarren und schier endlosem Repertoire die Abende in Singorgien verwandelte und schließlich mit anspruchsvollstem Gesang im Konzert sein Können unter Beweis stellte. Wie üblich teilte dann die alljährliche Chorfreizeit in Hohenstaufen die Sängergemeinde in zwei Lager: die Marathonsänger, die selbst die Pausen noch mit Gitarrenklängen und Gesang zu füllen wußten, und die Tischtennisfraktion, welche, kaum daß der letzte Ton verklungen war, schon die Schläger in den Händen hielten.

Auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt galt es mit dem Verkauf von Selbstgebackenem, -gebrautem und -gebasteltem die Chorfinanzen aufzubessern. Ob sich allerdings unser weihnachtlicher Gesang als kostenlose Dreingabe verkaufsfördernd auswirkte, ließ sich auch im folgenden Jahr nicht ermitteln.

Zahlreiche vorweihnachtliche Auftritte, so auch im Hof des Alten Schlosses, verkürzten uns die Zeit bis zum mit Spannung erwarteten Weihnachtskonzert. Dieses dürfte wohl vier Juco-Mitglieder reichlich Nerven gekostet haben, da sie unseren Gesang mit Soli und einem Duett krönen durften. Etwas aufgeregt waren allerdings nach dem Konzert noch einige Jucoler, die für das Programm der anschließende Weihnachtsfeier zuständig waren. Doch ein nahezu reibungsloser Ablauf und ein gutgelauntes Publikum sorgten für einen gelungenen Abend, der uns dann in die wohlverdiente Winterpause entließ.

Gesine Kudermann